purzelbaum
unsere besten emails

Satclub-Thueringen

RSS feed for this site
Registrierung Suche Zur Startseite

Satclub-Thueringen » Allgemeines » Off - Topic » Missing Link: Smart Meter – wenn der Monteur mit der Hochsicherheitsbox kommt » Hallo Gast [[Anmelden]|Registrieren]
Letzter Beitrag | Erster ungelesener Beitrag Druckvorschau | An Freund senden | Thema zu Favoriten hinzufügen
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Zum Ende der Seite springen Missing Link: Smart Meter – wenn der Monteur mit der Hochsicherheitsbox kommt
Autor
Beitrag « Vorheriges Thema | Nächstes Thema »

Muad'Dib   Zeige Muad'Dib auf Karte Muad'Dib ist männlich Steckbrief
.:.Carpe.Diem.:.


images/avatars/avatar-505.jpg

Dabei seit: 12.06.2007
Beiträge: 7.064
Herkunft: 51°N/11.5°E Jena/Thuringia




verrückt Missing Link: Smart Meter – wenn der Monteur mit der Hochsicherheitsbox kommt Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Der Einbau intelligenter Messsysteme ist gestartet. Für Betreiber handelt es sich noch nicht um ein lohnendes Geschäft. Was motiviert die ersten Privatkunden?





Eine typische Mietskaserne an einer mehrspurigen Verbindungsstraße in Berlin-Friedrichshain. Die Briefkästen sind zugeklebt, noch längst nicht alle Wohnungen renoviert. Ein ungewöhnlicher Ort für eine Premiere: Erstmals wird im Keller des unglamourösen fünfstöckigen Gebäudes Anfang Oktober ein "intelligentes Messsystem" bestehend aus einem modernen Zähler und einer wenige Zentimeter großen Kommunikationseinheit "Smarty" alias Smart-Meter-Gateway im Osten der Hauptstadt installiert.

Silke – die "sichere Lieferkette"

Der Monteur hat seinen Auftritt kurz nach 8 Uhr morgens. Im Lieferauto befindet sich eine große schwarze Box mit einer auffälligen Schließeinheit. Unbedarfte Beobachter könnten von einer eiligen Arzneimittel-Lieferung, dem Transport einer Organspende oder gar einer gut abgeschirmten Sprengladung ausgehen. Der Techniker gibt eine Einmal-PIN auf einer gesonderten Tastatureinheit ein und hält diese an einen Sensor an dem Kasten. Das Schloss öffnet sich nach einem Piepsen klickend und gibt den Blick frei – auf einen etwas verloren wirkenden Smart Meter.

Schuld an dem umständlichen Verfahren ist Silke, die "sichere Lieferkette". Diese muss der Messstellenbetreiber – in diesem Fall Discovergy – vom Lager bis zum Verteilerkasten einhalten. Alternativ zur speziellen Lieferkiste könnte der Installateur das Gateway allenfalls noch ständig am Mann tragen. Auf "Smarty" selbst prangt der Bundesadler über dem Kürzel BSI nebst einer Gerätenummer. Der Aufdruck zeigt an, dass der Hersteller Sagemcom Dr. Neuhaus das Gateway vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizieren ließ.

Internetverbindung – über Stromleitung zu fehleranfällig und teuer

Nach dem Einbau im Keller des Wohnhauses, der rund eine Stunde dauert, leuchtet eine der drei LED-Lämpchen am linken Rand blau neben "TLS". Sie signalisiert, dass ein mit dem Verschlüsselungsprotokoll Transport Layer Security gesicherter Kanal zur zentralen IT-Plattform von Discovergy in Heidelberg über Mobilfunk besteht.

Die so übertragenen Messwerte landen in einem mit Überwachungskameras bestückten Raum im Entwicklungs- und Support-Zentrum am Neckar, zu dem "nur Berechtigte mit Extra-Schlüsseln" Zugang haben, wie Dennis Nasrun, Leiter Energiewirtschaft bei Discovergy, erläutert. "Dort werden die Daten stark verschlüsselt abgelegt, kommen dann in unser Backend" und von dort perspektivisch auf ein spezielles Portal per Web oder App für die Kunden.


Zeichnet sich ab, dass in einem Keller auch über Roaming-Partner kein Empfang besteht, versucht es der Installateur zunächst mit unterschiedlichen Antennen, und Verlängerungskabeln, um aus dem Zählerschrank und gegebenenfalls aus einem mit einer Stahltür abgeschirmten Lager herauszukommen. Nützt das alles nichts, bleibt noch eine Ethernetverbindung über einen HAN-Anschluss (Home Area Network). Powerline unterstütze Discovergy nicht, führt Nasrun aus. Die Datenübertragung per Stromleitung sei selbst bei den momentan erzeugten rund 40 Megabyte im Monat nicht nur recht teuer, sondern auch "sehr fehleranfällig".
Praktisch führt kaum ein Weg am "Spionagezähler" vorbei

Die Furcht, sich mit einem Smart Meter einen "Spionagezähler" ins Haus zu holen, kann der einstige Direktor eines Beratungsunternehmens nicht ganz verstehen. Prinzipiell erfasse das Messsystem zwar alle 15 Minuten den Zählerstand. Discovergy gebe die Daten aber nur an den Stromlieferanten weiter, wenn der Kunde dem zugestimmt habe.

Praktisch führt für den Endverbraucher aber kaum ein Weg daran vorbei, den Versorger mit den ausführlichen Messwerten zu beglücken, wenn er etwa von flexiblen Tarifen profitieren will. Discovergy arbeitet hier mit Awattar zusammen. Das Unternehmen bietet als eines der wenigen unter den Energielieferanten neben Neueinsteigern wie Tibber bereits zeitabhängige Vergünstigungen an und orientiert sich dabei am Börsenpreis für Strom. Das ist nur möglich, wenn ihm die detaillierten Verbrauchswerte vorliegen.

....

Geld verdienen Discovergy und andere Betreiber derweil bereits mit "modernen Messeinrichtungen". Das sind digitale Zähler, die ebenfalls Verbrauchswerte verschiedener Nutzungszeiten, die momentan beanspruchte elektrische Leistung sowie tages-, wochen-, monats- oder jahresbezogene Stromverbräuche für die letzten 24 Monate anzeigen können.

Von diesen nicht-zertifizierten Geräten hat Discovergy rund 70.000 installiert vor allem bei Gewerbekunden, die mit einer damit möglichen höheren Auflösung ihre Energieversorgung besser als über konventionelle Drehscheibenzähler optimieren können. Für die Zwischenklasse besteht Bestandsschutz von bis zu acht Jahren, im Anschluss müssten sie Nasrun zufolge aber eh getauscht werden.

Was noch kommt ...

Typische Anwendungsfälle sind Filialisten wie Supermarkt- und Bäckereiketten, die überall den gleichen Betreiber haben und Werte vergleichen möchten. Zusätzlich sei die Branche an Mehrwertdiensten dran, wie etwa zur Geräteerkennung, verrät Nasrun. So könne etwa ein defekter Kühlschrank oder eine ganze Kette davon getauscht werden, wenn der Verbrauch zu hoch sei. Mobilfunkanbieter wie Telefónica setzten auf die Technik, um ihre Funkmasten bestmöglich mit Strom zu versorgen.

Der für die Hauptstadt prinzipiell zuständige Grundversorger Stromnetz Berlin alias Vattenfall war übrigens auch nicht viel schneller mit der Installation seines ersten Smart-Meter-Gateways: Sie erfolgte einen Tag früher als die von Discovergy im Euref-Campus in Schöneberg. Eine App, über die Privatkunden die damit verknüpften Zähler selbst auslesen können, hatte der Anbieter zum Start aber noch nicht fertig.
(bme)



Quelle: https://heise.de/-4959171

__________________
| Multifeed Triax Unique 3°e>28°e & motorized FiboStøp120/90/75/55 |
|| VU+ Solo 4K & Blindscan|Mio 4K|Denys H265|S3mini|X-xx0|DVB-Cards ||

Ich bremse nicht für Schnarchroboter. ®²º¹³ Muad'Dib
CARPE DIEM!Alle meine posts stellen meine persönliche und freie Meinungsäußerung dar.
15.11.2020 17:14 Muad'Dib ist offline E-Mail an Muad'Dib senden Beiträge von Muad'Dib suchen Nehmen Sie Muad'Dib in Ihre Freundesliste auf

Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Satclub-Thueringen » Allgemeines » Off - Topic » Missing Link: Smart Meter – wenn der Monteur mit der Hochsicherheitsbox kommt Baumstruktur | Brettstruktur

Views heute: 10.294 | Views gestern: 99.857 | Views gesamt: 176.101.097


Satclub Thüringen seit 01.07.1992 = Online seit Tage

  Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH .: Impressum :.