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Zum Ende der Seite springen Alita: Battle Angel - Christoph Waltz schwingt den Raketenhammer
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Augenzwinkern Alita: Battle Angel - Christoph Waltz schwingt den Raketenhammer Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Für die Manga-Verfilmung Alita: Battle Angel sollten auch Zuschauer James Cameron noch einmal eine Chance geben, die ihm Avatar nach wie vor nicht verzeihen.




Spätestens seit seinem Kinohit Avatar ist offensichtlich, dass James Cameron große, bunte computergenerierte Augen mag. Und natürlich konnte der vieldekorierte Filmemacher in einer Manga-Verfilmung nicht davon absehen, der Hauptdarstellerin übergroße, kindliche Comic-Augen zu verpassen. Das ist eine der wenigen wirklichen Schwächen seines neuen Blockbusters Alita: Battle Angel, der am 14. Februar in die deutschen Kinos kommt.

Obwohl sie die kompletten Dreharbeiten in einem Motion-Capturing-Rig verbrachte und man im fertigen Film wegen der ganzen Computereffekte nicht mal ein Fünftel ihres Gesichtes sehen kann, liefert Hauptdarstellerin Rosa Salazar eine schauspielerische Bestleistung ab, die den Film zusammen mit einigen atemberaubenden Kampfszenen vom Prädikat "ganz gut" in den Bereich von "muss man gesehen haben" erheben.

Cyberpunk, Kopfgeldjäger und Panzer Kunst

Die Effekte sind den ganzen Film hinweg so gut, wie man sie von Cameron nach Avatar erwarten würde. Im Gegensatz zu Avatar hat man allerdings nicht das Gefühl, dass sie der Selbstzweck des Films sind. Die aus den unterschiedlichen Teilen der Manga-Vorlage zusammengedampfte Geschichte ist nämlich wirklich gut. Obwohl der Film im ersten Abschnitt unter eindeutigen Tempo-Schwächen leidet, nimmt er doch zur Mitte hin immer mehr Fahrt auf und mündet am Ende in ein sehr gelungenes Finale, das, selten bei dieser Art Film, die Kampfszenen nicht zu sehr überreizt.

Am überraschendsten an Alita: Battle Angel ist wahrscheinlich Christoph Waltz, dem es gelingt, aus dem Typecasting seiner letzten Rollen auszubrechen und als Alitas Vaterfigur Dyson Ido überzeugend den Raketenhammer zu schwingen. Hier wird klar: Christoph Waltz sollte öfters einen Raketenhammer in die Hand bekommen. Das wäre vielleicht auch eine Idee für den nächsten Tarantino-Streifen.

Der Film lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass Cameron Großes mit der Figur des Kampfengels Alita vorhat. Und er macht, im Gegensatz zu Avatar, auch Lust auf mehr. Mit drei Manga-Serien, von der die letzte nach wie vor nicht beendet ist, gibt es auch genug Material. Aber schon der erste Film bietet alles, was man für ein erfolgreiches Film-Franchise braucht: Cyberpunk-Kopfgeldjäger, eine tödliche Rollerblade-Ballsportart, verrückte Wissenschaftler und tödliche Killer-Cyborgs.

Der Höhepunkt ist allerdings der balletartige, mystische Kampfstil "Panzer Kunst" (im englischen Originalton von Waltz herrlich süffisant ausgesprochen), der es der zerbrechlich aussenden Alita ermöglicht, muskelbepackte Killer mit Hilfe einer wunderschönen Kampfchoreographie in ihre blau-blutenden Einzelteile zu zerlegen. Das blaue Blut ist wohl auch der Grund, warum der Film es zur FSK-12-Einschätzung geschafft hat. Und das, obwohl Alita sich in einer Szene mit frischem Hundeblut eine Kampfbemalung verpasst und sehr viele Cyborg-Gliedmaßen von Körpern getrennt werden.

Kein neuer Avatar

Künstlerisch gesehen rettet die Manga-Vorlage Cameron vor einem zweiten Avatar. Man kann nur hoffen, dass das den wirtschaftlichen Erfolg des Films nicht auf vergleichbare Weise beeinträchtigt und er trotzdem ein Erfolg wird. Denn dieser Film verdient den zweiten Teil, den sich die Produzenten offensichtlich wünschen.

Trotz der übergroßen CGI-Augen wächst einem der knallharte Kampfroboter im zerbrechlichen Körper über den Film hinweg ans Herz. Spätestens, wenn Alita eine komplette Bar voll hartgesottener Kopfgeldjäger dem Erdboden gleichmacht, hat sie sich in unser Herz geprügelt. Und das ist bei all den atemberaubenden Effekten vor allem der Verdienst von Rosa Salazar, die es schafft, den Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Sie beweist, dass auch ein Film, der Jahrzehnte im Nirgendwo der Produktions-Hölle verbracht hat, durch gutes Casting zu retten ist.

Es lohnt sich übrigens, den Streifen in 3D zu sehen, auch wenn Cameron diese Effekte diesmal viel subtiler einsetzt, als in seinem letzten großen Epos – was sowohl dem Film an sich als auch den 3D-Effekten mehr Gehalt verleit.

Alita: Battle Angel ist ab dem 14. Februar in deutschen Kinos zu sehen. (fab)



Quelle: https://heise.de/-4301231

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