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Geschrieben von Whitebird am 27.01.2026 um 13:25:

Lampe Zensur nach US-Übernahme: Nutzer verlassen fluchtartig TikTok

Zensur nach US-Übernahme:
Nutzer verlassen fluchtartig TikTok

Massive Austrittswelle bei TikTok: Nach der Übernahme durch ein US-Konsortium explodieren die Deinstallationen um 150 Prozent. Zensurvorwürfe und "technische Pannen" erschüttern das Vertrauen der Community. Wohin die User jetzt flüchten.
Witold Pryjda,
27.01.2026 10:22 Uhr


Austrittswelle nach US-Übernahme

Die Übertragung der US-Geschäfte von TikTok an ein neues Joint Venture hat unvorhergesehene Konsequenzen für die populäre Video-Plattform, denn das Unternehmen sieht sich mit einer drastischen Abwanderung von Nutzern konfrontiert. Kurz nach der Übertragung der entsprechenden Teile des Dienstes in US-Führung stieg die Zahl der Deinstallationen sprunghaft an. Hintergrund sind nicht nur angepasste Nutzungsbedingungen, sondern auch massive (angebliche) technische Probleme und der Verdacht der politischen Zensur durch die neuen Eigentümer. Maßgeblich an dem Konsortium beteiligt ist der Tech-Konzern Oracle.

Das neu formierte Unternehmen steht unter besonderer Beobachtung, da Larry Ellison, Executive Chair von Oracle, als enger Vertrauter der Regierung unter Donald Trump gilt. Diese politische Nähe sorgt in der Community für Unruhe. Zeitgleich mit der Übernahme traten bei zahlreichen Anwendern Probleme beim Hochladen von Inhalten auf, die sich kritisch mit der Einwanderungsbehörde ICE oder politischen Themen befassen. Solche Inhalte verschwanden entweder direkt nach dem Upload oder konnten erst gar nicht veröffentlicht werden. Das nährt Spekulationen, dass die Plattform nun inhaltlich im Sinne der neuen Eigentümer bereinigt werden soll.

Wie CNBC unter Berufung auf Daten des Marktforschungsunternehmens Sensor Tower berichtet, ist der tägliche Durchschnitt der App-Löschungen in den USA in den letzten fünf Tagen um fast 150 Prozent gestiegen. Während die Zahl der aktiven Nutzer noch relativ stabil bleibt, deutet das auf einen signifikanten Vertrauensverlust hin. Das Narrativ der Nutzer in den sozialen Medien ist eindeutig: Die Furcht vor Überwachung und gezielter Inhaltskontrolle treibt sie aktiv zu Alternativen.


Zensurvorwürfe

Besonders brisant sind Berichte über blockierte Inhalte und Direktnachrichten. Nutzer wie die Komikerin Megan Stalter berichteten, dass Videos, die zur Abschaffung der ICE aufrufen, nicht hochgeladen werden konnten. Parallel dazu untersuchen Verantwortliche bei TikTok laut NPR, warum Direktnachrichten, die den Namen Epstein enthalten, bei vielen Usern nicht zugestellt wurden.

Ein automatischer Hinweis deklarierte diese Nachrichten fälschlicherweise als Verstoß gegen die Community-Richtlinien. Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, hat bereits eine Untersuchung des Vorfalls angekündigt, um zu klären, ob hier Algorithmen politisch instrumentalisiert wurden.

Von der Unruhe profitieren vor allem direkte Konkurrenten, die sich als unzensierte Alternativen positionieren. Apps wie UpScrolled verzeichneten im gleichen Zeitraum einen Anstieg der Downloads um das Zehnfache. Auch Skylight Social konnte um über 900 Prozent zulegen. Selbst kleinere Plattformen wie Rednote erleben einen unerwarteten Zulauf von Kreativen, die ihre Inhalte sichern und eine neue digitale Heimat suchen.

TikTok selbst begründet die Störungen mit einem Stromausfall in einem wichtigen US-Rechenzentrum, der zufällig zeitgleich mit der administrativen Übernahme zusammengefallen sei. Ein Sprecher des Joint Ventures betonte, die Probleme stünden in keinem Zusammenhang mit den politischen Entwicklungen. Experten für Medienethik bleiben jedoch skeptisch. Casey Fiesler von der University of Colorado wies gegenüber CNN darauf hin, dass selbst der Anschein von Zensur in einer solch sensiblen Phase das Vertrauen nachhaltig beschädigen kann.

quelle: winfuture.de


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