Geschrieben von Whitebird am 10.02.2026 um 14:09:
Glücksspielportale mit 3.000 geklauten Identitäten betrogen
Glücksspielportale mit 3.000 geklauten Identitäten betrogen
Neukunden bekommen auf Glücksspielportalen häufig Willkommensboni. Zwei junge Männer sollen sich dabei um drei Millionen US-Dollar bereichert haben.
10. Februar 2026 um 10:45 Uhr / Marc Stöckel
Glücksspiel kann bekanntlich süchtig machen. Das trifft offenbar auch zu, wenn Betrüger einen Weg finden, Glücksspielportale mit falschen Identitäten zu betrügen. Eben das sollen zwei 29-jährige Männer aus der Stadt Glastonbury im US-Bundesstaat Connecticut über mehrere Jahre hinweg gemacht haben. Doch ihr Glück hat nun ein Ende: Die Tatverdächtigen sitzen auf der Anklagebank und müssen sich in einem Gerichtsprozess verantworten.
Wie aus einer
Pressemitteilung der US-Staatsanwaltschaft hervorgeht, haben sich die beiden Männer die Daten von etwa 3.000 Opfern beschafft und deren Identitäten missbraucht, um sich damit bei mehreren Online-Glücksspielportalen zu registrieren und sich an den dort angebotenen Willkommensboni und anderen Prämien zu bereichern.
Die Männer sollen an unzähligen Glücksspielen teilgenommen und sich auf diesem Wege seit 2021 unrechtmäßig rund drei Millionen US-Dollar angeeignet haben. Laut Pressemitteilung stammen die Gelder von mehreren Glücksspielportalen, vor allem aber von Fanduel. In den von
Bleeping Computer hochgeladenen
Gerichtsdokumenten tauchen zudem Draft Kings und BetMGM als betroffene Anbieter auf.
Mit Neukundenprämien gezockt
Die beiden Männer erwarben die gestohlenen Identitätsdaten den Angaben zufolge im Darknet sowie über den Messaging-Dienst Telegram. Zudem sollen sie sich auf Plattformen wie Beenverified.com und Truthfinder.com weitere Informationen über ihre Opfer beschafft haben, um beim Verifizierungsprozess für die geöffneten Glücksspielkonten alle Fragen beantworten zu können.
Anschließend nutzten sie die von der jeweiligen Glücksspielplattform angebotenen Boni und Prämien für neu registrierte Benutzer, um damit Wetten einzugehen. Die Erlöse wurden anschließend auf virtuelle Wertkarten und von dort aus auf die Bank- und Anlagekonten der Tatverdächtigen übertragen.
Die Männer wurden festgenommen und müssen sich nun mehreren Anklagepunkten stellen, darunter Geldwäsche, Identitätsdiebstahl sowie verschiedene Formen des Betrugs. Vorerst sind sie gegen eine Kautionszahlung von je 300.000 US-Dollar auf freiem Fuß. Ihnen droht aber im Falle einer Verurteilung für jeden der Anklagepunkte eine mehrjährige Haftstrafe. "Ihre Glückssträhne ist nun vorbei", sagte der zuständige US-Staatsanwalt David X. Sullivan.
quelle: golem.de