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Geschrieben von Whitebird am 04.03.2026 um 10:39:

traurig Die Abschaffung der Nacht durch Weltraumspiegel?

Die Abschaffung der Nacht durch Weltraumspiegel?
Eine Konstellation aus Satelliten könnte das Sonnenlicht auf die jeweilige Nachtseite der Erde reflektieren. Dies bringt Vor- und Nachteile mit sich.
4. März 2026 um 08:15 Uhr / Patrick Klapetz


Das kalifornische Start-up Reflect Orbital plant, Satelliten mit riesigen, hochreflektierenden Mylar-Spiegeln auszustatten und sie in eine niedrige Erdumlaufbahn zu bringen. Diese Spiegel sollen Sonnenlicht einfangen und gezielt auf bestimmte Gebiete auf der Nachtseite der Erde lenken. Mit einer entsprechenden Konstellation könnte Solarenergie quasi für jeden Ort auf der Erde und zu jeder Tageszeit zugänglich sein.

Das Licht soll regulierbar sein und von der Helligkeit eines Vollmondes bis hin zu tageslichtähnlichen Bedingungen reichen. Der Gründer Ben Nowack spricht konkret von einer Helligkeit von bis zu 360.000 Monden. Durch die Bestrahlung von Solarparks in der Nacht könnte die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen oder teuren Batteriespeichern verringert werden – so zumindest das Versprechen.


Helligkeit um jeden Preis? Die Kosten für das Leben auf der Erde

Zwar könnte das künstliche Tageslicht die Effizienz in vielen Branchen steigern, jedoch würde es auch die Lichtverschmutzung erhöhen. Bereits jetzt hat der sogenannte Skyglow durch Satelliten die Helligkeit des Nachthimmels um zehn Prozent erhöht. Durch die Spiegelsatelliten würde dieser Effekt massiv verschärft werden, astronomische Beobachtungen würden zudem weiter behindert werden.

Außerdem würde der ewige Tag einen erheblichen Einfluss auf die Tierwelt haben. Meeresschildkröten und Zugvögel orientieren sich am Mondlicht, und auch die Fortpflanzungszyklen, das Jagdverhalten und die Wanderrouten von Tieren wären gestört. Auch der menschliche Schlaf-Wach-Zyklus würde gestört werden, was zu Schlafstörungen, Fettleibigkeit und einem erhöhten Krebsrisiko führen kann.


Einsatzgebiete und eine erste Demonstration

Jedoch sollen nicht nur Solarfarmen von diesem Konzept profitieren. Das Unternehmen teilt mit, dass ihre Technologie auch Städte beleuchten könne. Dadurch würden Straßenlaternen überflüssig werden. Überdies sollen die mit Spiegeln ausgestatteten Satelliten nützlich für die Landwirtschaft oder bei Such- und Rettungsaktionen sein.

Ein erster Test-Satellit von Reflect Orbital soll bereits im April 2026 starten. Der Spiegel des Earendil-1-Satelliten soll eine Seitenlänge von etwa 18 x 18 Metern haben, wobei zukünftige Spiegel dreimal so groß sein sollen.

Das Unternehmen arbeitet bei seiner ersten Demonstrationsmission mit Astronomen zusammen. Da der Satellit sich in der niedrigen Erdumlaufbahn befinden wird und somit mit einer Geschwindigkeit von etwa 27.000 km/h an der Erde vorbeifliegt, wird das Bestrahlungsfenster für einen festen Punkt auf der Erde nur für vier bis fünf Minuten offen sein.

Anschließend verschwindet Earendil-1 hinter dem Horizont oder der Reflexionswinkel wird zu flach. Der ideale Zeitpunkt dafür wird innerhalb der ersten zwei Stunden nach lokalem Sonnenuntergang sein. Dabei werden die Spiegel das Licht ungefähr in der Helligkeit eines Vollmondes umleiten.


Von Megakonstellationen und Kardaschow-Zivilisationen

Bis 2028 möchte Reflect Orbital eine kleine Flotte zur Demonstration im Erdorbit platzieren. Bis 2035 soll die Konstellation auf bis zu 50.000 Satelliten anwachsen. Damit würde sie aus mehr Satelliten als die Starlink-Konstellation von SpaceX bestehen.

Wobei SpaceX zudem bis zu eine Million Satelliten als orbitale Rechenzentren in der Erdumlaufbahn platzieren will. Elon Musk argumentiert, dass man dadurch einen bedeutenden Schritt zu einer Kardaschow-Typ-II-Zivilisation macht – also einer Zivilisation, die die gesamte Energie ihres Sterns nutzt.

Ob diese Anzahl an künstlichen Objekten genehmigt wird, muss sich noch zeigen. Derzeit dürfen bis zu 15.000 Starlink-Satelliten im Orbit platziert werden, also etwa ein Drittel des eigentlichen Ziels. Entscheidend dabei sind jedoch die Funkfrequenzen und nicht das Ausmaß der Lichtverschmutzung.

Ob sich das Vorhaben durchsetzen kann, ist unklar. Ebenso unklar ist, ob die Bewohner in den entsprechenden Gebieten über den Einsatz abstimmen können. Viele rechtliche und ethische Fragen auf nationaler und globaler Ebene bleiben offen. Wiederum kann der Einsatz im Kleinen einen positiven Effekt haben. Besonders in abgelegenen Tälern zwischen Bergkuppen ist Sonnenlicht ein begrenztes Gut.

quelle: golem.de

früher hieß es "die spinnen, die römer". unglücklich
jetzt drehen die amis völlig durch. geschockt


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