Geschrieben von Whitebird am 04.06.2026 um 11:47:
Europol greift gegen illegales Streaming durch
Europol greift gegen illegales Streaming durch
Die Polizei hat es auf die Infrastrukturen illegaler Streamingdienste abgesehen. Zehntausende Streaming-URLs sind nun nicht mehr verfügbar.
4. Juni 2026 um 08:57 Uhr / Marc Stöckel
Strafverfolgungsbehörden mehrerer Länder sind zusammen mit Europol im Rahmen einer siebenmonatigen Operation namens Kratos 2 mal wieder gegen illegale Streamingdienste vorgegangen. Dabei wurden
laut Pressemitteilung neun kriminelle Vereinigungen zerschlagen, 29 Personen verhaftet und über 27.000 URLs zu illegalen Streamingangeboten vom Netz genommen.
Die Operation lief den Angaben zufolge von September 2025 bis April 2026. In dieser Zeit nahmen die Strafverfolger Infrastrukturen ins Visier, die den Betrieb illegaler IPTV-Dienste und Streamingplattformen über Ländergrenzen hinweg ermöglichten. Gestreamt wurden darüber laut Europol TV-Sender, Filme und Premium-Sportübertragungen.
Zehntausende illegale Streaming-URLs
Neben den genannten 29 Festnahmen sollen im Rahmen von Kratos 2 insgesamt 86 Verdächtige identifiziert und 148 Hausdurchsuchungen durchgeführt worden sein. Zudem wurden laut Mitteilung 169 Domains gemeldet, 27.332 Streaming-URLs entfernt und 722.961 rechtsverletzende Objekte, also vermutlich einzelne zum Streaming angebotene Filme und Sendungen, identifiziert.
Darüber hinaus wollen die Strafverfolger 4.370 neue Domains und 18.331 IP-Adressen identifiziert haben, die mit illegalen Streamingaktivitäten in Verbindung gebracht wurden. Überdies meldeten die Einsatzkräfte den Angaben zufolge weitere 397.384 verdächtige URLs, damit diese ebenfalls vom Netz genommen werden.
Zahlreiche Länder beteiligt
Neben Europol beteiligten sich Behörden aus mehreren Ländern an Kratos 2, darunter Belgien, Bulgarien, Kroatien, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, die Niederlande, Polen, Rumänien, Spanien, das Vereinigte Königreich und die USA. Auch Partner aus der Privatwirtschaft sollen zur Identifizierung und Zerschlagung der Strukturen hinter den illegalen Streamingdiensten beigetragen haben.
Namen betroffener Streamingdienste nennt Europol in seiner Meldung nicht. Die Polizeibehörde weist jedoch darauf hin, dass die Operation nicht auf die Abschaltung bestimmter Websites abzielte, sondern vielmehr auf das Ökosystem, welches illegale Streamingdienste unterstützt.
"Die Gruppen hinter illegalen Streamingdiensten stützen sich zunehmend auf eine komplexe technische Infrastruktur, bei der die kundenorientierten Websites von den Servern getrennt sind, auf denen die illegalen Inhalte gehostet werden", schreibt Europol diesbezüglich. Es ging also um technische Infrastrukturen, die von den jeweiligen Streaminganbietern für das Hosting ihrer Streams verwendet wurden.
quelle: golem.de