Satclub-Thueringen (http://www.satclub-thueringen.de/index.php)
- Allgemeines (http://www.satclub-thueringen.de/board.php?boardid=38)
-- Off - Topic (http://www.satclub-thueringen.de/board.php?boardid=26)
--- Wero-Fiasko: Neukundenaktion endet in Gebühren-Chaos & Kontosperre (http://www.satclub-thueringen.de/thread.php?threadid=38253)


Geschrieben von Whitebird am 01.10.2026 um 11:47:

  Wero-Fiasko: Neukundenaktion endet in Gebühren-Chaos & Kontosperre

Wero-Fiasko: Neukundenaktion endet in Gebühren-Chaos & Kontosperre
Eine Marketingkampagne des europäischen Bezahldienstes Wero brachte einen gemeinnützigen deutschen Verein beinahe in ernste finanzielle Schwierigkeiten. Tausende Cent-Überweisungen führten zu einer Kontosperrung und verursachten hohe Gebühren.
Felix Krauth,
30.09.2026 19:45 Uhr


Wero-Aktion läuft gewaltig schief

Vor über zwei Jahren startete das als europäische PayPal-Alternative angetretene Bezahlsystem Wero. Zwar gibt es schon seit Ende 2024 eine App, doch der Dienst kämpft trotz der Einbindung durch die Sparkasse und andere Banken mit Akzeptanzproblemen. Jetzt hat eine Marketingkampagne, die eigentlich nur neue Nutzer werben sollte, für Chaos gesorgt.

Die European Payments Initiative (EPI), die hinter dem Bezahldienst steht, startete am 15. September 2026 eine Aktion, bei der jeder neu angemeldete Kunde 15 Euro erhalten sollte. Die Voraussetzung für den Bonus bestand darin, zwei Zahlungen in Höhe von mindestens einem Cent an unterschiedliche Empfänger zu tätigen. Da viele neue Nutzer in ihrem privaten Umfeld jedoch keine Kontakte mit aktiviertem Wero-Konto fanden, griffen sie auf Ratschläge aus Internetforen zurück. Dort tauchte die Empfehlung auf, die geforderten Cent-Beträge als Spende an gemeinnützige Vereine zu überweisen. Das hatte unerwartete Folgen.


Verein entstehen hohe Kosten

Für den kleinen Inklu Fusion e. V. aus der Nähe von Kiel, der sich für Menschen mit Behinderungen einsetzt, entwickelte sich der plötzliche Spenden-Ansturm zu einer brenzligen Situation. Innerhalb kürzester Zeit verzeichnete das Geschäftskonto knapp 8000 einzelne Einzahlungen verschiedener Personen. Die Hausbank wertete das ungewöhnliche Transaktionsvolumen als Betrugsversuch, sperrte das Konto tagelang für weitere Zahlungseingänge und bereitete Strafanzeigen vor.

Ein noch größeres Problem waren jedoch die Gebühren, die bei dem Geschäftskonto des Vereins für die eingehenden Überweisungen anfielen. Im Fall von Inklu Fusion überstiegen die Kosten die Spendenhöhe von einem Cent pro Transaktion bei Weitem. Obwohl der Verein durch die vielen kleinen Überweisungen knapp 450 Euro einnahm, hätten sich die fälligen Bankgebühren auf rund 770 Euro summiert. Durch das Minus von 320 Euro wäre es für die Organisation nach eigenen Angaben finanziell "eng geworden".

Die Rettung kam durch die Bank. Die Deutsche Skatbank, bei der der Verein das Konto besitzt, zeigte sich nach Klärung des Sachverhalts letztlich kulant, erließ sämtliche Buchungskosten für die Tausenden Überweisungen und schrieb die volle Spendensumme gut. Die Folgen bleiben dennoch spürbar, da die ehrenamtliche Vereinsbuchhaltung nun sämtliche 8000 Buchungen händisch prüfen, sortieren und zuordnen muss und nicht für andere wichtige Aufgaben zur Verfügung steht.


Aktion vorzeitig abgebrochen

Ursprünglich war die Neukundenkampagne für fast zwei Monate bis zum 9. November 2026 geplant. Die EPI beendete das Programm allerdings unangekündigt nach nur fünf Tagen. Als Grund wurde ein ausgeschöpftes Auszahlungskontingent genannt, dessen genaue Höhe aber nicht bekannt ist. Zahlreiche Neukunden, die in der Folge noch Überweisungen getätigt, aber keine Auszahlung erhalten hatten, zeigten sich verärgert.

Laut Golem erklärte die European Payments Initiative ihr Bedauern über die Ereignisse. Man habe genau das Gegenteil von dem erzielt, was erreicht werden sollte. Nach eigenen Angaben hat man inzwischen auch Kontakt zum Inklu Fusion e. V. aufgenommen. Das Unternehmen plant nun, zusammen mit Bankpartnern Maßnahmen zu erarbeiten, um derartige Vorfälle künftig zu vermeiden. Inklu Fusion zog derweil endgültige Konsequenzen, kündigte Wero als Zahlungsmittel und nimmt Spenden ab sofort wieder als normale Überweisung an.

vollständiger Text >>>quelle: winfuture.de


Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH