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Zum Ende der Seite springen Italienische IPTV-Piraten müssen 1.000 Euro Schadenersatz zahlen
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Lampe Italienische IPTV-Piraten müssen 1.000 Euro Schadenersatz zahlen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Italienische IPTV-Piraten müssen 1.000 Euro Schadenersatz zahlen
11.03.2026 von Lars Sobiraj
In Italien geht die Angst um. Die Fußball-Liga Serie A belegte diverse IPTV-Piraten trotz der Geldstrafe mit 1.000 Euro Schadenersatz.


Italiens Vorgehen gegen illegale IPTV-Piraten hat offenkundig einen neuen Meilenstein erreicht. Nachdem die Justiz Tausende Personen mit Geldstrafen belegt hat, stellte die dortige Fußball-Liga Serie A nun von einigen dieser Personen zusätzlich ein Schreiben mit Schadenersatzforderungen von jeweils 1.000 Euro zu. Es könnte künftig noch mehr Ärger geben, denn der Geschäftsführer der Serie A warnt, dass diese Maßnahme erst den Anfang darstellen soll.

Im Mai letzten Jahres gab die italienische Finanzpolizei Guardia di Finanza bekannt, dass man 2.282 illegale IPTV-Piraten in 80 italienischen Provinzen mit Geldstrafen belegt hat. Die Nutzerdaten stammten aus einer strafrechtlichen Untersuchung im süditalienischen Lecce, bei der ein großer IPTV-Betrieb zerschlagen wurde.

Zurück blieb eine Abonnenten-Datenbank, die die Behörden sofort zur Strafverfolgung der illegalen Abonnenten nutzten. Diese Geldstrafen, die in der Regel bei 154 € beginnen und bei Wiederholungstätern auf bis zu 5.000 € steigen, stellten aber nur den Anfang dar. Die gleichen Nutzer eines illegalen IPTV-Dienstes mussten zwischenzeitlich noch mit zivilrechtlichen Konsequenzen rechnen.


IPTV-Piraten kriegen zwei Rechnungen für die gleiche Straftat

Im Herbst 2025 verschickte der Pay-TV-Sender DAZN Briefe an viele der bereits mit einer Geldstrafe belegten Nutzer von illegalen IPTV-Diensten. Man „bot“ ihnen an, eine zivilrechtliche Schadensersatzforderung in Höhe von 500 Euro zu begleichen. Anderenfalls drohte eine weitaus teurere Zivilklage.


2.000 Schadenersatzforderungen von der Serie A

Die Zahlungsaufforderung von DAZN kam zusätzlich zur staatlichen Geldstrafe hinzu, ersetzte diese aber natürlich nicht. Die Serie A folgte diesem Beispiel und stellte kürzlich ihre eigenen Schadensersatzforderungen in Rechnung. Im Januar gab der CEO des Verbandes, Luigi De Siervo, bekannt, dass Anwälte etwa 2.000 Briefe an Personen verschickt hätten, die zuvor von der Guardia di Finanza identifiziert worden sind. 1.000 Euro müssen die Betroffenen jeweils als Entschädigung für die durch ihr illegales Streaming verursachte Schäden bezahlen.

Ende Februar bestätigte der CEO der Serie A, Luigi De Siervo, dass die ersten Zahlungen nun eingegangen seien. Wie im Fall DAZN stehen auch diese Zahlungen im Zusammenhang mit dem Strafverfahren Nr. 7719/2022 vor dem Gericht von Lecce. „Endlich stellen wir auch in unserem Land die Rechtsstaatlichkeit wieder her“, sagte De Siervo in einer Erklärung und fügte hinzu, dass dies „nur der Anfang“ sei.


IPTV-Piraten bestraft: Rechtsstaat wieder hergestellt?

„Diejenigen, die den Dienst nutzen oder generell illegal Spiele über Apps, illegales IPTV oder VPN verfolgen, müssen wissen, dass sie von den zuständigen Behörden identifiziert werden, mit Geldstrafen von bis zu 5.000 Euro gemäß den gesetzlichen Bestimmungen rechnen müssen und vor allem zusätzlich 1.000 Euro als Schadensersatz an die Serie A zahlen müssen. Piraterie ist Diebstahl, Punkt.“ Die Serie A macht keine Angaben dazu, wie viele Zahlungen sie als Reaktion auf die Tausenden von Briefen, die sie verschickt hat, erhalten hat. Derzeit dürften es weniger als eine Handvoll sein. Luigi De Siervo spricht dabei von „Pezzotto“. Das ist ein in Italien häufig genutzter Begriff entweder für illegale IPTV-Geräte, spezielle Streaming-Apps oder illegale Medien-Abonnements.


Folge der Spur des Geldes

Die Botschaft zielt darauf ab, zukünftige IPTV-Piraten abzuschrecken, indem man suggeriert, dass selbst ein VPN* ihnen keinen Schutz bieten könne. Das ist absurd, denn die IPTV-Piraten, die man in diesem Fall identifiziert hat, wurden unabhängig von einem VPN gar nicht überwacht. Stattdessen konnten die Behörden die IPTV-Nutzer anhand ihrer Kreditkarten, PayPal-Accounts, Bankdaten oder anderer persönlicher Informationen identifizieren. Die Datenbank der Kunden der hochgenommenen IPTV-Dienste, die die Polizei beschlagnahmt hat, offenbarte ihre Identität.


Strafen und Schadenersatz nur aufgrund des Verdachts

Juristisch gesehen ist dies ein wichtiger Unterschied. Die Verteidiger argumentierten im Fall Lecce, dass einige der verhängten Verwaltungsstrafen keine technischen Beweise für tatsächliche Piraterie enthalten. Man habe die Verurteilungen ausschließlich auf die Zahlungswege gestützt. Einem illegalen Dienst Geld zu übermitteln, ist aber gar nicht verboten. Lediglich die aktive Nutzung des rechtswidrigen Angebots ist strafbar. Das ist natürlich naheliegend, aber davon geht die Polizei lediglich aus. Die Behörden haben den Kunden in den Verfahren den illegalen Konsum gar nicht nachgewiesen. Die Urteile erfolgten demnach nur aufgrund der gefundenen Indizien aber keiner bewiesenen Tat.

Ein Anwalt reichte formelle Berichtigungsanträge bei italienischen Medien ein. Der Jurist betonte, dass die Behörden den Kunden keine IP-Adressen nachgewiesen, keine Geräte beschlagnahmt und keine konkreten urheberrechtlich geschützten Werke in den Vorladungen genannt haben. Diese Einwände haben jedoch weder die Versendung der Schadenersatzansprüche noch den Eingang der Zahlungen verhindert.


Weiteren IPTV-Piraten droht Ungemach

Der Fall Lecce ist nur ein Fall von vielen, die noch offen sind. Mit Genehmigung der Staatsanwaltschaften werden dem Bericht von Torrentfreak zufolge weitere Details zu illegalen Abonnenten nach Ende der strafrechtlichen Verfahren an die Rechteinhaber weitergegeben. Daraufhin werden die nächsten Briefe verschickt werden.

Der italienische Sportminister Andrea Abodi ging im Oktober sogar noch weiter und schlug vor, die Namen derjenigen, die beim Kauf illegaler Abonnements erwischt wurden, im Rahmen einer öffentlichen Kampagne zu veröffentlichen, um sie anzuprangern. Jegliche Datenschutzbedenken möchte er wegwischen und den öffentlichen Pranger damit begründen, dass die Betroffenen eine Straftat begangen haben.

Vorerst scheint sich die Regierung jedoch damit zufrieden zu geben, den finanziellen Druck wirken zu lassen. Dies dient auch als abschreckende Botschaft, da diejenigen, die den 1.000-Euro-Brief von der Serie A erhalten, ihn aber ignorieren, wahrscheinlich mit einer teureren Zivilklage rechnen müssen. Weder die Sender noch der Fußballverband wird freiwillig auf die Zahlungen der IPTV-Piraten verzichten wollen. In der Folge werden ihre Anwälte alle nötigen Schritte einleiten, um die Forderung gerichtlich einzuklagen.


Serie A mit Doppelmoral: Online-Pirat 1XBET als Werbekunde

Unterdessen wirbt ausgerechnet der oberste Saubermann, die Serie A, auf ihrer Website mit einem Unterstützer oder sogar Verursacher zahlreicher Urheberrechtsverletzungen. Gemeint ist der weltweit tätige Online-Wettanbieter und Casino-Betreiber 1XBET. Formal sitzt 1xBET heute in Südzypern (EU). Die Wurzeln des Unternehmens liegen aber in Russland, viele operative Strukturen laufen hingegen über Offshore-Jurisdiktionen wie Curaçao.

Es ist echt bemerkenswert, es sich um dasselbe Glücksspielunternehmen handelt, das die Motion Picture Association (MPA) als einen berüchtigten Pirateriemarkt eingestuft hat. Das Unternehmen bewirbt die eigenen Dienste häufig in mit digitalen Wasserzeichen versehenen Cam-Rips, in die man das Logo von 1XBET einblendet und die Kinoblockbuster immer wieder durch eigene Werbeclips unterbricht.

Diese doch sehr spezielle Werbung ist schon lange keine Ausnahme mehr. Bei xrel.to gibt es für 1XBET sogar eine eigene P2P-Group. Den Einträgen zufolge sind unter diesem Label über 300 Kinofilme herausgekommen. Diese hat man mit der Werbung für die Online-Casinos und Sportwetten versehen. Auch wenn die Aktion juristisch gesehen aussichtslos ist, so wäre es nicht dennoch wegen der öffentlichen Wahrnehmung sinnvoll zu versuchen, den italienischen Fußballverband deswegen kostenpflichtig abzumahnen? Wie wäre es damit?

Fest steht: Sich den Geldbeutel mit Werbeeinnahmen von Piraten zu füllen und gleichzeitig illegale Nutzer der eigenen Werke zur Kasse zu bitten, das passt nicht. Dabei spielt es keine Rolle, wie man es dreht und wendet.

quelle: tarnkappe.info

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