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Das Ende von Windows: Project Solara zeigt Microsofts KI-Zukunft
Bei Microsoft bahnt sich mit dem Project Solara eine Revolution an. Auf Basis von Android will das Unternehmen klassische Apps und sogar Windows auf bestimmten Geräten durch schlaue KI-Agenten ersetzen - das sind die neuen Entwicklungen.
Stefan Trunzik,
03.06.2026 08:34 Uhr


Abkehr von Windows und Apps

Microsoft präsentiert auf der Entwicklerkonferenz Build 2026 einen neuen KI-Ansatz. Mit Project Solara stellt das Unternehmen eine Plattform vor, die das Ende von klassischen Apps und dem hauseigenen Betriebssystem Windows auf spezifischen Endgeräten bedeutet. Stattdessen übernehmen sogenannte KI-Agenten die zentrale Steuerung der Hardware.

Das System basiert auf der Microsoft Device Ecosystem Platform, kurz MDEP. Dabei handelt es sich um eine stark angepasste Version des Open-Source-Betriebssystems Android, die ursprünglich für Konferenzsysteme entwickelt wurde. Das Ziel von Project Solara ist es, Hardware zu schaffen, die direkt über natürliche Sprache bedient wird.

Eine dynamische Benutzeroberfläche passt sich automatisch an die jeweilige Bildschirmgröße und die aktuellen Bedürfnisse an. Ganz ohne Apps, Stores oder gar Windows.


Referenzdesigns für den Alltag

Wie Microsoft demonstrierte, existieren bereits zwei funktionierende Referenzdesigns. Das erste Konzept ist ein Desktop-Hub für den Arbeitsplatz. Das Gerät meldet Nutzer per Gesichtserkennung an und synchronisiert anstehende Aufgaben direkt mit einem gekoppelten PC. Das zweite Design ist ein kompaktes, tragbares Ausweis-Gadget (Badge), das speziell für mobile Angestellte konzipiert wurde.

Ein integrierter Fingerabdrucksensor weckt den KI-Agenten auf dem Ausweis auf und eine eingebaute Kamera erlaubt es dem System, die unmittelbare Umgebung des Nutzers in Echtzeit zu analysieren. Entwickler haben das KI-Gerät laut Projektleiter Steven Bathiche in nur drei Tagen lauffähig gemacht. Konzernchef Satya Nadella drängte im Vorfeld stark darauf, das Projekt frühzeitig der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Die entwickelte Hardware wird vorerst nicht an private Endkunden verkauft. Partner wie Qualcomm und MediaTek liefern die speziellen Chips für die Geräte. Große Handelsunternehmen wie Best Buy oder Target planen bereits erste Pilotprojekte für ihre Belegschaft. Neben der künstlichen Intelligenz an sich bietet der Ansatz für Firmen klare Vorteile. Solch spezifische Geräte weisen (vorerst) eine deutlich geringere Angriffsfläche für Hacker auf.


Offene Fragen zum Geschäftsmodell

Der Verzicht auf klassische Apps löst ein altes Problem. Beim gescheiterten Smartphone-Betriebssystem Windows Phone fehlte es massiv an Anwendungen von Drittanbietern, was letztlich das Aus für die Plattform bedeutete. KI-Agenten benötigen hingegen keinen herkömmlichen App-Store, da sie direkt mit Cloud-Diensten wie Azure kommunizieren und Aktionen selbstständig ausführen. Auch Konkurrenten wie Google oder OpenAI arbeiten intensiv an vergleichbarer KI-Hardware.

Trotz der schnellen Entwicklung bleiben fundamentale Details noch ungeklärt. Das genaue Geschäftsmodell für Project Solara steht aktuell nicht fest. Zudem ist ungewiss, ob Anwender im beruflichen Alltag dauerhaft ein weiteres Gerät neben ihrem herkömmlichen Smartphone mit sich führen möchten. Die Plattform befindet sich derzeit in einer sehr frühen Phase und erfordert noch umfangreiche Tests im realen Umfeld.

quelle: winfuture.de

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