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Was ist DVB-I und welche Vorteile bringt es?
Von Thomas Riegler -28. August 2026, 20:16
DVB-I steht für Digital Video Broadcasting – Internet, also sozusagen für „Digitales Internetfernsehen“. DVB-I ist ein offener Standard, dessen Ziel es ist, lineares Fernsehen über das Internet genauso komfortabel und zuverlässig nutzbar zu machen, wie Fernsehen über die etablierten Rundfunk-Empfangswege DVB-S/S2 für Satellit, DVB-T/T2 für digitales Antennenfernsehen und DVB-C für digitales Kabel-TV. Aktuell steht DVB-I in den Startlöchern. Insidern zufolge soll es zeitnah in Deutschland verfügbar sein.


Was bringt DVB-I?

Genau genommen ist DVB-I kein neuer Übertragungsstandard, sondern eine Erweiterung, die den klassischen linearen Fernsehempfang und TV über das Internet so verknüpft, dass der Zuschauer gar nicht merkt, über welchen Weg er den gerade geschauten Sender empfängt.

Die Vorteile liegen auf der Hand. Nicht nur, dass alle Kanäle über eine gemeinsame Senderliste erreichbar sind, also etwa Satellit und Streaming bunt gemischt, DVB-I erkennt auch einen Ausfall des Empfangswegs und wechselt so automatisch zum Beispiel vom Satellitenempfang zu Streaming. So ist man etwa im Winter nicht länger gezwungen, eine eingeschneite Schüssel von Schnee befreien zu müssen, um weiter fernsehen zu können.


Ist das wirklich neu?

Lineares Fernsehen über Satellit und über das Internet – beides längst wohlbekannt. Allerdings ist der Zugang zu den gestreamten Programmen bis jetzt etwas umständlicher. Ohne direkt installierter App oder HbbTV geht da gar nichts. Man muss also handeln, um vom Rundfunk- auf die Streaming-Ebene zu wechseln. Damit verbunden sind auch je nach Anbieter individuell gestaltete Menüoberflächen. Viele Zeitgenossen haben die dafür erforderlichen Bedienschritte bereits verinnerlicht, sodass diese quasi automatisiert erledigt werden. Was aber bleibt, ist der zusätzliche Zeitaufwand und das Zurechtfinden in Senderlisten, die sich mal so und mal so zusammensetzen. Für technisch weniger versierte Mitmenschen mögen sich hier nur schwer überwindbare Hindernisse in den Weg stellen.

Neu an DVB-I ist, dass der Zugang zu allen Verbreitungswegen, also Satellit, Kabel, Terrestrik und das Internet, ohne zusätzliche Bedienschritte und auch ohne spezielle Apps erfolgt. Vereinfacht ausgedrückt, bildet dafür die Grundlage eine spezielle Senderliste, die nicht nur die TV-Sender als solches beinhaltet, sondern auch, über welche Empfangswege sie verfügbar sind. Darüber hinaus enthält DVB-I Stationslogos, EPG-Daten und Informationen zum Jugendschutz. Zudem werden Wiedergabeoptionen rund um die Barrierefreiheit mit berücksichtigt.

Ein wenig lässt sich das Prinzip mit RDS vom UKW-Autoradio vergleichen. RDS (Radio Data System), zeichnet nicht nur für die Darstellung des Stationsnamens des gerade gehörten Programms verantwortlich, sondern auch dafür, dass man das Programm weiter empfangen kann, wenn man das Versorgungsgebiet eines Senderstandorts verlassen hat und das Programm nun über eine andere Frequenz empfangen wird. Die Grundlage dafür bildet ein zum Programm mit übertragener Datensatz, der alle alternativen UKW-Frequenzen beinhaltet. So weiß das Radio, auf welche Frequenz es wechseln muss.


Regional und individuell

DVB-I geht aber noch einige Schritte weiter. So ist etwa kein Sendersuchlauf mehr erforderlich, da die in DVB-I enthaltene Senderliste bereits alle erforderlichen Parameter enthält. Zudem soll diese Liste idealerweise alle 24 Stunden aktualisiert werden, womit sie stets auf dem aktuellen Stand ist. All das erfolgt vollkommen automatisch im Hintergrund.

Die DVB-I-Senderliste geht zudem über das übliche lineare TV-Angebot hinaus und berücksichtigt sogar temporäre Kanäle, die nur über Streaming angeboten werden. Klassiker dafür sind etwa zusätzliche Sportkanäle, zum Beispiel während Olympischer Spiele, die den Zugang zu Live-Übertragungen von Randsportarten erlauben, die in der Berichterstattung der linearen, regulären Programme keine Berücksichtigung finden. Darüber hinaus können auch Pressekonferenzen, oder etwa herausragende Kultur-Events über diesen Weg zugänglich gemacht werden. Über die DVB-I-Senderliste erhalten sie erstmals jene Sichtbarkeit, die sie verdienen.

Ein weiteres Highlight ist, dass DVB-I die für den Empfangsort relevanten Regionalprogramme berücksichtigt. Gemeint sind nicht nur die regionalen Dritten Programme der ARD-Anstalten, sondern auch die Regionalfenster der großen Privaten, sowie die kleinen Lokalsender, die über das Geschehen aus der unmittelbaren Nachbarschaft berichten. Gerade für sie ist der hybride Empfangsweg wichtiger als für die großen Sender, da sie gewöhnlich nicht über Satellit oder das digitale Antennenfernsehen verbreitet werden, sondern nur über das Kabelfernsehen, das gewöhnlich auf Städte beschränkt ist und so Landgemeinden gewissermaßen aussperrt. Mit DVB-I werden diese Schranken definitiv überwunden.


Ist DVB-I geräteübergreifend?

DVB-I erfordert lediglich eine Verbindung ins Internet. Damit ist seine Anwendung nicht auf smarte Fernseher begrenzt, sondern lässt sich unter anderem auch auf Smartphones und –watches, oder etwa Augmented-Reality-Brillen nutzen.


Wie kann man DVB-I nutzen?

Die heute bereits vorhandenen Geräte wissen mit DVB-I noch nichts anzufangen. Damit wird der neue Standard erst nach und nach mit dem Erwerb neu erworbener Geräte in den Haushalten einziehen. Für bereits vorhandene TVs könnte diese Funktionalität über ein Firmware-Update nachgereicht werden. Die Wahrscheinlichkeit dafür dürfte aber eher die Ausnahme bilden und auf Geräte neueren Datums der bekannten großen Hersteller beschränkt sein.


Fazit

DVB-I hat das Potential, das Fernsehen über alle Verbreitungswege auf eine bislang nicht gekannte komfortable Art und Weise zu kombinieren. Vieles, was heute noch Bedienschritte erfordert, erfolgt mit DVB-I nämlich im Hintergrund.

vollständiger Text >>>quelle: digitalfensehen.de


...und wenn man dummerweise kunde von "vodafone" ist und im norden deutschlands wohnt, sind plötzlich nur noch 1 bis 2 % der vielen beworbenen sender übrig, weil man "nicht im sendegebiet" lebt.

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