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Formulare, Klicks, Käufe: So weit reicht TikToks Tracking wirklich
TikTok erfasst nicht nur Daten innerhalb der eigenen App, sondern auch auf externen Websites. Selbst wer kein TikTok-Konto besitzt, kann betroffen sein.
Autor: Leif Bärler • 13.2.2026

Wie viele andere große Online-Plattformen setzt TikTok nach Einschätzung von Experten sogenannte Tracking-Pixel ein. Dabei handelt es sich um kleine Code-Elemente, die in Websites eingebunden werden und das Verhalten von Besuchern erfassen können. Die Technik gilt als branchenüblich und kommt unter anderem auch bei Google und Meta zum Einsatz.

Datenschützer geben an, dass das TikTok-Pixel inzwischen auf rund fünf Prozent der weltweit meistbesuchten Websites integriert sei. Zum Vergleich: Google soll auf etwa 72 Prozent dieser Seiten vertreten sein, Meta auf rund 21 Prozent.


Welche Daten übertragen werden können

Kritiker weisen darauf hin, dass über Tracking-Pixel unter Umständen auch sensible Informationen übermittelt werden könnten. In Tests seien beim Ausfüllen bestimmter Online-Formulare – etwa zu Gesundheitsthemen oder Beratungsangeboten – Daten an TikTok übertragen worden. Dazu sollen laut einem Bericht der BBC E-Mail-Adressen oder Angaben zu persönlichen Lebensumständen zählen.

Gegenüber der BBC erklärte TikTok, dass Website-Betreiber für die Einhaltung geltender Datenschutzgesetze verantwortlich seien. Bestimmte sensible Daten dürften nach den Vorgaben von TikTok nicht übermittelt werden. Zudem verweist der Konzern auf Richtlinien und Kontrollmechanismen, die eine unzulässige Datennutzung verhindern sollen.


Neuer Anlauf im Werbegeschäft

Im Januar 2026 passte TikTok seine US-Geschäftsstruktur an und führte neue Bedingungen zur Datennutzung ein. In diesem Zusammenhang wurde auch das unternehmenseigene Werbenetzwerk erweitert.

Das Pixel soll künftig nicht nur erfassen, ob Anzeigen innerhalb der App Wirkung zeigen, sondern auch nachvollziehen, ob Nutzer nach einem Klick auf eine Anzeige außerhalb der Plattform einkaufen. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass diese erweiterten Funktionen die Attraktivität für Werbekunden erhöhen könnten. Zugleich dürfte sich die Reichweite des Tracking-Systems ausweiten.

Ein von der BBC beauftragtes IT-Sicherheitsunternehmen kommt zu dem Ergebnis, dass die aktualisierte Version des Pixels teilweise automatisiert Daten erfasse, die ursprünglich für andere Werbedienste bestimmt gewesen seien. TikTok weist diese Darstellung zurück und betont, die Datenerhebung sei transparent dokumentiert.


Auch Nutzer ohne TikTok-Konto betroffen

Tracking-Pixel funktionieren unabhängig davon, ob Besucher über ein Konto bei der jeweiligen Plattform verfügen. Wer eine Website mit integriertem TikTok-Pixel aufruft, kann somit erfasst werden, auch ohne die App installiert oder ein Nutzerkonto eingerichtet zu haben.

Nach eigenen Angaben bietet TikTok Möglichkeiten, gespeicherte Daten einzusehen oder löschen zu lassen. Registrierte Nutzer können bestimmte Tracking-Informationen in den Einstellungen zurücksetzen. Auch Personen ohne Konto sollen demnach eine Löschung beantragen können.


So lässt sich das Tracking begrenzen

Wer die Datensammlung reduzieren möchte, kann technische Schutzmaßnahmen ergreifen. Datenschützer empfehlen insbesondere Browser, die Tracker standardmäßig blockieren. Als Beispiele gelten Brave und DuckDuckGo. Auch Mozilla Firefox sowie Apple Safari bieten im Vergleich zu Google Chrome restriktivere Voreinstellungen beim Tracking-Schutz.

Alternativ können Erweiterungen installiert werden, die bekannte Tracking-Dienste blockieren. Dazu zählen etwa Privacy Badger oder Ghostery sowie verschiedene Werbeblocker. Wichtig ist, entsprechende Erweiterungen ausschließlich aus vertrauenswürdigen Quellen zu beziehen.

Vollständig verhindern lässt sich Datensammlung im digitalen Werbeökosystem jedoch kaum. Unternehmen haben zudem die Möglichkeit, Informationen serverseitig zu übermitteln. Fachleute sehen daher neben technischen Schutzmaßnahmen vor allem strengere gesetzliche Vorgaben als langfristig wirksamen Ansatz.

quelle: connect.de

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