purzelbaum
unsere besten emails

Satclub-Thueringen

RSS feed for this site
Registrierung Suche Zur Startseite

Satclub-Thueringen » Allgemeines » Off - Topic » Latenzzeiten rauben Spaß am Fernsehen: Ist Live-TV noch Live? » Hallo Gast [[Anmelden]|Registrieren]
Letzter Beitrag | Erster ungelesener Beitrag Druckvorschau | An Freund senden | Thema zu Favoriten hinzufügen
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Zum Ende der Seite springen Latenzzeiten rauben Spaß am Fernsehen: Ist Live-TV noch Live?
Autor
Beitrag « Vorheriges Thema | Nächstes Thema »

Whitebird   Zeige Whitebird auf Karte Whitebird ist männlich Steckbrief
Moderator


images/avatars/avatar-299.gif

Dabei seit: 31.03.2009
Beiträge: 5.100
Herkunft: Aus dem Nichts, Nordsee/Ecke Ossiland!!!




Latenzzeiten rauben Spaß am Fernsehen: Ist Live-TV noch Live? Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Latenzzeiten rauben Spaß am Fernsehen: Ist Live-TV noch Live?
Von Thomas Riegler -29. März 2026, 15:01
Die digitale Fernsehwelt hat einen unangenehmen Effekt mit sich gebracht: die Latenzzeit. Sie bewirkt, dass die Übertragung mit einer gewissen Zeitverzögerung beim Zuschauer ankommt. Woran liegt das im Detail?

Live-Übertragungen im Fernsehen waren über Jahrzehnte wirklich absolut Live. Zumindest während der analogen TV-Ära und beim terrestrischen Empfang. Vor allem während warmer Sommerabende mit vielen offenen Wohnzimmerfenstern, konnte man früher bei Fußballübertragungen wunderbar mitverfolgen, wie wirklich alle gleichzeitig: „Toooor“ geschrien haben.

Mit Aufkommen des Satellitenfernsehens hat sich das geändert. Auch wenn sich Funkwellen mit Lichtgeschwindigkeit, also mit 300.000 Kilometer pro Sekunde, fortbewegen, so macht es doch einen Unterschied, ob sie nur 100 oder 72.000 Kilometer zurücklegen müssen. 72.000 Kilometer sind es deshalb, weil die vom Satelliten zu übertragenden Programme erst einmal zu ihm hochgefunkt werden müssen. Die so entstehende Zeitverzögerung von einer viertel Sekunde war noch zu vernachlässigen. Die Rede ist hier immer noch von Analogfernsehen.

Mit Einführung der Digitaltechnik hat sich das grundlegend verändert. Weil bei ihr spielt die Zeitverzögerung durch die zurückzulegende Übertragungsstrecke nur noch eine untergeordnete Rolle. Maßgeblich ist nun die benötigte Zeitdauer für die digitale Signalverarbeitung. Dazu zählt etwa, dass die Programme erst zu einem Paket, auch als Multiplex bekannt, zusammengeschnürt werden muss. Eine weitere digitale Signalverarbeitung findet im Receiver statt, der aus dem Mux die einzelnen Datenströme des gewünschten Programms erst herausfiltern und wieder passend zusammensetzen muss. Schließlich sind das Bild, die zugehörigen Audiospuren, der EPG und Teletext jeweils eigene Datenströme. Bemerkenswert ist ferner, dass nicht jeder Receiver bei dieser Datenverarbeitung gleich schnell ist.


Was heißt: „nicht gleich schnell“?

Darunter ist zu verstehen, dass die Empfangsgeräte unterschiedlich lange benötigen, bis sie mit der Wiedergabe eines Programms starten. Sobald es läuft, erfolgt die weitere Signalverarbeitung in Echtzeit. Die digitale Signalverarbeitung trifft übrigens nicht nur das Fernsehen, sondern auch das Radio. Selbst dann, wenn ein Programm über UKW empfangen wird. Schließlich erfolgt die Signalverarbeitung in den Studios schon lange digital. Auch das kostet Zeit. So hat etwa ein Versuch direkt im Studio bei einem Radiosender ergeben, dass zwischen einen das Studio verlassenden Ton bis zu seiner Hörbarkeit im UKW-Radio, rund eine halbe Sekunde vergeht.


Latenzzeiten beim Fernsehen

Wie hoch die zeitliche Verzögerung zwischen dem Zeitpunkt des Geschehens und der Sichtbarkeit im TV liegt, hängt nicht nur vom Übertragungsweg an sich ab, sondern auch vom gewählten Provider. Beim Ersten ist das Satellitensignal am schnellsten. Mit einer Verzögerungszeit von rund zweieinhalb Sekunden liegt das digitale Antennenfernsehen DVB-T2, gemessen über den Senderstandort Brotjacklriegel in Niederbayern, auf Platz zwei. Mit rund drei Sekunden Verzögerung kommt das Bild des Ersten über den Livestream auf ard.de. Bei dem am Testort zur Verfügung stehenden Kabelanbieter kommt das Signal rund fünf Sekunden später. Weiter wurde Das Erste über die österreichische DVB-T2-Plattform simpli mit dem Sat-Signal verglichen. Hier beträgt die Verzögerung etwa sieben Sekunden.


Latenzzeiten variabel?

Die Zeitverzögerungen lassen sich nicht auf fixe Werte festnageln. Am Ende wird die Latenzzeit von zu vielen Faktoren bestimmt. Dazu zählt zunächst einmal die Signalverarbeitung direkt beim Sender. Selbst das genutzte Empfangsgerät trägt zur Verzögerung bei. Stellt man etwa zwei DAB+-Radios auf denselben Sender ein, kann durchaus festgestellt werden, dass die Wiedergabe nicht absolut synchron ist. Derselbe Effekt trifft grundsätzlich auch auf TV-Geräte zu.

Der Großteil der Zeitverzögerung ist aber dem Übertragungsweg und der dafür genutzten Technik geschuldet. Es macht etwa einen Unterschied, ob eine Streamingplattform das lineare Signal eines TV-Senders vom Satelliten, über Richtfunk oder IP-basiert, bezieht.

Unterschiede sind auch festzustellen, wenn eine Streamingplattform über unterschiedliche Endgeräte genutzt wird. So kann sie über die am TV installierte App für kürzere Latenzzeiten sorgen, als wenn man sie etwa am Smartphone nutzt.


Sind Latenzzeiten kürzer geworden?

Wie hoch die Latenzzeiten sind, kann von Programm zu Programm variieren. Die Verzögerungszeiten sind den Verantwortlichen sehr wohl bewusst und auch ein Dorn im Auge. Sie sind aber auch eine Folge der technischen Möglichkeiten. Hier hat sich während der letzten Jahre definitiv einiges getan. Jedenfalls gehören die Zeiten der Vergangenheit an, in denen zwischen Satellit und Live-Stream ein zeitlicher Versatz von bis zu zwei Minuten auftreten konnte. Heute bewegt man sich meist in der Größenordnung weniger Sekunden bis rund eine dreiviertel Minute.

Latenzzeiten sind beim Fernsehen übrigens nichts Neues. Mit ihnen hatte man schon zu kämpfen, als der Fernsehsender Paul Nipkow 1936 die olympischen Sommerspiele in Berlin live übertragen hatte. Damals war die Videokameratechnik noch unausgereift, sodass das Ereignis zuerst auf Film aufgezeichnet wurde. Unmittelbar nachdem der eben belichtete Film das Kameragehäuse verlassen hatte, wurde er entwickelt und sofort abgetastet. Damit hinkten die TV-Übertragungen dem Live-Ereignis nur rund 30 bis 90 Sekunden nach.

quelle: digitalfensehen.de

__________________
Der frühe Vogel trinkt 'n Korn??? verwirrt


Grüße von Whitebird
Heute, 11:18 Whitebird ist offline E-Mail an Whitebird senden Beiträge von Whitebird suchen Nehmen Sie Whitebird in Ihre Freundesliste auf Fügen Sie Whitebird in Ihre Kontaktliste ein

Whitebird   Zeige Whitebird auf Karte Whitebird ist männlich Steckbrief
Moderator


images/avatars/avatar-299.gif

Dabei seit: 31.03.2009
Beiträge: 5.100
Herkunft: Aus dem Nichts, Nordsee/Ecke Ossiland!!!

Themenstarter Thema begonnen von Whitebird



Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Kommentar im Forum "Digitafernsehen"

KlausAmSee vor 16 Stunden

Die Ursache für die Zeitverzögerung ist NICHT die Digitalisierung, denn sonst hätten wir bereits seit den 1980er Jahren signifikante Zeitverzögerungen bemerkt. Die Signalzuführung zu den terrestrischen TV- und UKW-Sender erfolgt nämlich seit dieser Zeit bereits digital.
Neu ist dagegen die Datenkompression. Alleine schon, dass das TV-Erlebnis heute in Bildersequenzen (die Group of Pictures) eingeteilt wird und nur noch z.B. alle 15 Bilder ein komplettes Bild übertragen wird (dazwischen nur Änderungen zur Interpolation), müssen erst einmal 15 Bilder "eingefangen" werden, um dann die Differenzen zu berechnen und die DCT und weitere Komprimierung durchzuführen. Die Zeitverzögerung bringt aber die GOP.
Das Zusmmenmuxen bemerkt man zeitlich nicht.
Bei der Übertragung kommt dann aber ein Interleaver zum Einsatz. Das bedeutet, dass die Datenpakete nicht sofort losgeschickt werden, sondern einige erst später (also verwürfelt), so dass die Fehlerkorrektur die Chance hat, einen kurzen Totalausfall zu kompensieren. Hat man nun eine geringe Symbolrate, wie z.B. bei DVB_T und DVB-T2, ergibt sich dadurch eine signifikante Zeitverzögerung, denn es müssen ja erst einmal alle Pakete angekommen sein.
Wenn man Dienste unbedingt per IP konsumieren und damit die Datennetze verstopfen will, muss man bedenken, dass der Datenstrom erst einmal angefordert werden muss (weswegen das dann kein Rundfunk mehr ist) und sich dann die Audio-/Videopakete den Weg durch das Internet zum Nutzer routen müssen. Weil dies nicht stabil funktioniert und einige Pakete auch mal recht lange unterwegs sind, wird ein Puffer eingebaut, der nochmal eine Verzögerung von mehreren Sekunden bedeutet, dafür aber für flüssige Wiedergabe sorgt.
Achja, dann Transkodieren einige Anbieter die Programme nochmal, verwenden also einen anderen Codec, um die Datenrate weiter zu reduzieren. Das kostet natürlich auch noch einmal Zeit.


__________________
Der frühe Vogel trinkt 'n Korn??? verwirrt


Grüße von Whitebird
Heute, 11:20 Whitebird ist offline E-Mail an Whitebird senden Beiträge von Whitebird suchen Nehmen Sie Whitebird in Ihre Freundesliste auf Fügen Sie Whitebird in Ihre Kontaktliste ein

Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Satclub-Thueringen » Allgemeines » Off - Topic » Latenzzeiten rauben Spaß am Fernsehen: Ist Live-TV noch Live? Baumstruktur | Brettstruktur

Views heute: 231.868 | Views gestern: 182.501 | Views gesamt: 448.254.889


Satclub Thüringen seit 01.07.1992 = Online seit Tage

  Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH .: Impressum :.