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Zwangswerbung beim HDMI-Wechsel: Hisense-Nutzer wüten über dreiste TV-Reklame
Von Marcus Reichl -13. März 2026, 10:49
Ein aktueller „Test“ des Herstellers Hisense sorgt für massive Empörung: Wer das Eingangssignal an seinem Fernseher wechselt, wird mit nicht überspringbaren Werbespots zwangsbeglückt. Doch Hisense ist nicht allein – so wehren Sie sich gegen die Werbeflut auf Ihrem Smart-TV.

Besitzer von Hisense Smart-TVs mit dem Betriebssystem VIDAA (kürzlich in Home OS umbenannt) trauten zuletzt ihren Augen nicht: Beim simplen Wechsel vom TV-Programm zur Spielekonsole via HDMI blendete das Gerät plötzlich bildschirmfüllende Werbevideos ein. Besonders dreist: Die Clips ließen sich für mehrere Sekunden nicht überspringen und blockierten damit die eigentliche Funktion des teuer bezahlten Geräts. Berichte über diese Praxis häuften sich zuerst in Spanien und Großbritannien, doch auch deutsche Nutzer berichten zunehmend von aggressiven Einblendungen.

Der Hersteller reagierte prompt auf den heraufziehenden Shitstorm und bezeichnete die Aktion als einen „punktuellen Test“, der in Spanien bereits wieder beendet worden sei. Man betonte, dass Kernfunktionen nicht beeinträchtigt worden seien – eine Aussage, der viele Nutzer widersprechen, da die Wartezeit beim Umschalten die Bedienung massiv verzögert. Experten befürchten jedoch, dass dieser Test nur der Vorbote für eine neue Ära der „Hardware-Monetarisierung“ ist, bei der Kunden auch nach dem Kauf ständig zur Kasse gebeten werden – und sei es nur mit ihrer Aufmerksamkeit.


Hisense ist kein Einzelfall

Doch Hisense ist kein Einzelfall. In der Branche ist es längst zum Standard geworden, die Benutzeroberflächen der Fernseher als Werbefläche zu missbrauchen. Samsung etwa integriert seit Jahren Anzeigen direkt in den „Smart Hub“, während LG auf seinen WebOS-Geräten Empfehlungen einblendet, die oft nichts anderes als bezahlte Anzeigen sind. Auch Sony-Fernseher mit Google TV zeigen auf dem Startbildschirm prominente Banner für Apps und Filme, die der Nutzer oft gar nicht abonniert hat.

Der Grund für diese Entwicklung ist simpel: Das Geschäft mit den Geräten selbst ist hart umkämpft und die Margen sind gering. Die Hersteller haben das Wohnzimmer als lukrativen Daten- und Werbeplatz entdeckt. Durch das Tracking des Sehverhaltens (Automatic Content Recognition, ACR) wissen die Konzerne genau, was ihre Kunden schauen, und können diese Profile teuer an Werbepartner verkaufen. Der Fernseher wird so vom reinen Wiedergabegerät zum digitalen Plakatständer.


Besorgniserregende Entwicklung

Für die Verbraucher ist das eine besorgniserregende Entwicklung. Während man früher für werbefreies Fernsehen lediglich auf Streaming-Dienste umsteigen musste, wird nun die Hardware selbst zur Werbeschleuder. Da diese Funktionen oft erst nachträglich per Software-Update aktiviert werden, fühlen sich viele Kunden betrogen. Rechtlich ist die Lage schwierig, da Nutzer bei der Einrichtung meist umfangreichen AGB und Datenschutzbestimmungen zustimmen, in denen diese „Dienste“ versteckt sind.

Wer sich die Kontrolle über sein Wohnzimmer zurückholen möchte, muss selbst aktiv werden. Es gibt verschiedene Wege, die Werbeflut einzudämmen – von einfachen Klicks in den Einstellungen bis hin zu technischen Filtern im Heimnetzwerk. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, nutzt seinen Smart-TV nur noch als „dummen“ Bildschirm. Die Intelligenz überlässt man externen Geräten, die (noch) weniger auf aggressive Werbung setzen.


Werbung auf dem Smart-TV stoppen

  • Datenschutz-Einstellungen prüfen: Optionen wie „Personalisierte Werbung“, „Interaktive Dienste“ oder „ACR-Tracking“ deaktivieren. Bei Samsung heißt dies oft „PSID zurücksetzen“, bei LG „Empfohlene Inhalte anzeigen“.

  • HbbTV ausschalten: Viele Einblendungen kommen direkt über das digitale Antennen- oder Kabelsignal. Das Deaktivieren von HbbTV stoppt die sogenannten „Red Button“-Einblendungen der Sender.

  • DNS-Filter nutzen: In den Netzwerkeinstellungen: Eintragen des Fernsehers oder Routers werbeblockierende DNS-Server ein (z. B. von AdGuard: 94.140.14.14). Dies blockiert die Anfragen zu den Werbeservern der Hersteller.

  • Pi-hole installieren: Fortgeschrittene Nutzer können einen „Pi-hole“ (auf Basis eines Raspberry Pi) in ihr Heimnetzwerk integrieren. Dieser filtert Werbung für alle Geräte im Haus, bevor sie überhaupt am Fernseher ankommt.

  • Internetverbindung kappen: Der radikalste, aber effektivste Weg: Den Fernseher komplett von WLAN/LAN trennen. Ohne Internetverbindung kann das Gerät keine Werbespots nachladen.

  • Externe Zuspieler verwenden: Nutzen externer Boxen – etwa den Apple TV 4K, einen Fire TV Stick oder eine Spielkonsole. Diese bieten oft eine flüssigere Bedienung und – im Falle von Apple – deutlich weniger Systemwerbung.


quelle: digitalfensehen.de

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