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 De-Spotify Yourself: Musik wieder selbst hosten statt nur streamen Whitebird 16.06.2026 15:48

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De-Spotify Yourself: Musik wieder selbst hosten statt nur streamen
16.06.2026 von SourCreamSauce
Spotify ist bequem, aber kein Archiv. Mit Navidrome, Plex, Jellyfin und Funnel wird Musik wieder selbst verwaltet. De Spotify Yourself!


Der GPN24-Vortrag „De Spotify Yourself“ von j0nas befasst sich mit einem Problem, das vielen Spotify-Nutzern erst bewusst wird, wenn sie ihr Abo kündigen wollen. Der Musikdienst Spotify ist zwar bequem, aber nicht als Musikarchiv gedacht. Möglich ist lediglich der Zugriff auf die Streams. Wer seine Musik nur noch in Playlists, Likes und Empfehlungen verwaltet, besitzt aber am Ende keine Sammlung mehr, sondern nur ein weiteres Benutzerkonto.


De Spotify Yourself! Ja, aber wie?

Der Vortrag trifft diesen Punkt sehr gut, bleibt beim realen praktischen Ausstieg aber zu kurz. Exportierte Playlists und lokale Dateien sind nur der Anfang. Sinnvoll wird der Ausstieg erst, wenn daraus wieder eine Musikbibliothek entsteht, die man wirklich täglich nutzt. Sonst landet man schnell beim nächsten Dienst, weil die eigene Sammlung zwar lokal liegt, aber zu umständlich zu erreichen ist.

Dafür muss heute niemand mehr Portfreigaben am Router setzen oder sich durch Reverse-Proxy-Regeln kämpfen. Navidrome, Plex oder Jellyfin liefern die Musik aus. ScaleTail und Funnel ermöglichen den Zugriff von außen, ohne den Heimanschluss direkt öffnen zu müssen. Symfonium spielt die eigene Musiksammlung dann auf Android-Geräten unterwegs ab.

Auch Spotify verkauft keine Musik, sondern nur den Zugriff darauf. Solange der Dienst läuft, das Konto funktioniert und der Katalog die gewünschten Titel enthält, fühlt sich das ganz normal und gut an. Steigen jedoch die Preise, verschwinden Alben oder die App wird immer stärker mit Podcasts, Hörbüchern und Empfehlungen vollgestopft, merkt man wieder, wie wenig einem davon wirklich gehört. Das sollte man sich immer mal wieder klar machen.

Spotify lizenziert Inhalte lediglich für die Nutzung im eigenen Dienst. Die Titel landen nicht als freie Dateien im eigenen Archiv. Aber erst dort wird eine eigene Musikbibliothek interessant.


Der Ausstieg beginnt nicht mit Ideologie

Niemand muss Spotify deshalb von heute auf morgen löschen. Neue Musik findet man weiterhin über Freunde, Blogs, YouTube, Bandcamp, Radio, Last.fm, ListenBrainz oder auch über Streamingdienste. Der Dienst muss nur nicht der Ort bleiben, an dem die eigene Sammlung vorhanden ist.

Musik eignet sich für Selfhosting besser als alle anderen Medien. FLAC, MP3 und ALAC benötigen keine leistungsstarke Maschine. Ein kleiner Server, ein NUC, eine Proxmox-VM oder ein Raspberry Pi reichen schon aus. Wichtiger als die Rechenleistung ist die Ordnung im Musikordner. Schlechte Tags bleiben schlechte Tags – egal, wie schnell das Gerät oder gut der Player ist, der sie abspielen soll.

Wer bei null anfängt und nur Musik sauber hosten möchte, landet schnell bei Navidrome. Der Dienst ist schlank, frei und perfekt auf private Musiksammlungen zugeschnitten. Er bringt einen eigenen Webplayer mit und kommuniziert gleichzeitig mit der Subsonic– und OpenSubsonic-Welt. Dadurch ist man nicht mehr auf einen einzigen Client zum Abspielen angewiesen.


Navidrome, Plex oder Jellyfin?

Navidrome ist aber natürlich keine Pflicht. Wer Plex oder Jellyfin ohnehin nutzt, kann Musik auch dort problemlos einbinden. Plex hat mit Plexamp einen eigenen Musikplayer und Jellyfin kann Musik ebenfalls verwalten. Für viele bleibt es die freie Komplettlösung im Heimnetz. Unter Android macht Symfonium die Serverfrage deutlich einfacher, da es Navidrome, Plex, Jellyfin und lokale Dateien in der App abspielen kann.

Für reine Musik wirkt Navidrome oft schlanker – und das zu Recht. Plex und Jellyfin sind große Medienverwaltungszentralen. Das macht sie größer, aber nicht unbedingt schlechter. Gerade im Homelab greift man meistens auf das zurück, was man ohnehin schon nutzt. Wenn Filme, Serien und Musik bereits in Plex oder Jellyfin liegen, muss man keinen zusätzlichen Dienst nur der Ordnung halber danebenstellen.

Trotzdem bleibt Navidrome der einfachste Weg, wenn es nur um Musik geht. Der Dienst sortiert keine Serienposter, baut keine Wohnzimmeroberfläche wie Plex und will auch keine selbst gehostete Streamingplattform vollständig ersetzen. Er scannt den Musikordner, erstellt daraus eine Bibliothek und liefert sie an die verbundenen Player aus.

Daraus muss zu Hause kein großes Projekt werden. In der Regel reichen ein eigener Ordner unter /srv/docker/navidrome, ein Datenverzeichnis und ein sauber eingebundener Musikpfad. Die Musik sollte nicht in einem Docker-Container liegen. Sie liegt auf einem eigenen Pfad, sodass man sie sichern, verschieben und bei Bedarf auch von Plex oder Jellyfin abspielen kann.


Funnel macht Musik unterwegs erreichbar

Mit Tailscale Funnel ist der Zugriff von außen auf Musik unterwegs möglich. Früher hätte man dafür notgedrungen Ports geöffnet, einen DynDNS eingerichtet und einen Reverse Proxy gleich mitgepflegt sowie passende Zertifikate nachgezogen. Das funktioniert zwar, aber warum so aufwendig, wenn es auch einfacher geht? Für eine private Musiksammlung muss man diesen Weg heutzutage nicht mehr gehen.

Der Musikserver läuft zu Hause im Docker-Container. Der Tailscale Sidecar übernimmt den Zugang nach außen. Mit Funnel landet der Dienst über HTTPS auf einer Tailscale-Adresse, ohne dass am Router ein Port geöffnet werden muss, wodurch sich kein Sicherheitsrisiko ergibt. Symfonium kann diese Adresse nutzen, um die eigene Musik unterwegs abzuspielen und sie auch auf das Smartphone vom Server herunterzuladen.

Trotzdem ersetzt Funnel keine saubere Absicherung. Der Dienst ist dann öffentlich per HTTPS erreichbar und zwangsweise ist eine saubere Anmeldung erforderlich. Der Unterschied ist trotzdem wichtig, weil am Router kein offener Port mehr vorhanden ist. Dadurch bleibt die eigene Infrastruktur wesentlich besser abgeschirmt.


Android erlaubt nur ein VPN gleichzeitig

Auf Android kommt ein zweites Problem hinzu. Wer AdGuard im lokalen VPN-Modus nutzt, kann Tailscale nicht einfach parallel als zweiten VPN-Dienst laufen lassen. Android lässt nur ein VPN auf einmal zu. Funnel braucht dann das zweite VPN auf dem Smartphone schlichtweg nicht. Symfonium läuft dann einfach über die HTTPS-Adresse.

Beim Netzwerkdesign CGNAT wird Funnel noch wichtiger. Wer keine echte öffentliche IPv4-Adresse bekommt, kann auch keine klassischen Portweiterleitungen durchführen, da der Internetanbieter diese Möglichkeit nicht anbietet. Mit Funnel bleibt der Musikserver zu Hause und ist trotzdem von unterwegs aus perfekt erreichbar.

Bei Musik liegt dieser Weg nahe, denn man möchte sie unterwegs hören, ohne jedes Mal das Netzwerk Setup dahinter mitdenken zu müssen. Deshalb ist Funnel von Tailscale hier einfach besser als die Annahme, dass jedes Smartphone dauerhaft im Tailnet hängt, nur um auf seine Musik zugreifen zu können.


Symfonium bündelt die Musik auf Android-Smartphones

Auf dem Smartphone entscheidet nicht nur der Server, sondern auch der Player. Unter Android ist Symfonium gut geeignet, da die App sehr viele Quellen unterstützt. Sie kann lokale Dateien, NAS, Plex, Emby, Jellyfin, Audiobookshelf, Subsonic, OpenSubsonic und damit auch Navidrome einbinden. Dazu kommen Offlinehören sowie Android Auto, Wear OS, Android TV, Chromecast, dem Standard DLNA und ein eigener, hervorragender Equalizer.

Symfonium ist leider nicht kostenlos, aber das sollte es einem wert sein. Die App bietet eine Testphase und kostet erst danach einmalig Geld. Das ist natürlich ärgerlich, bei dieser Konfiguration aber sehr gut angelegt. Wer seine Musik selbst hostet, braucht auf dem Smartphone keinen halbfertigen Player, sondern eine App, die Navidrome, Plex, Jellyfin und lokale Dateien sauber abspielen kann.


Musikdateien lokal speichern mit Symfomium kein Problem

Der Offline-Modus macht Symfonium besonders sinnvoll und wertvoll. Wer vor einer Bahnfahrt, einem Flug oder einem Funkloch weiß, dass unterwegs mal wieder kein Netz vorhanden ist, kann die Musik vorher auf dem Smartphone lokal speichern. Das geht direkt in der App. Nur sollte man die Formatproblematik nicht durcheinanderwerfen. Offline speichern bedeutet nicht, dass Symfonium jede FLAC-Datei automatisch in ein MP3 umwandelt. Um den Speicherverbrauch gering zu halten, sind vorhandene MP3-Dateien oder eine passende Transkodierung über den jeweiligen, aufgesetzten Server erforderlich. Ein Beispiel hierfür ist Plex, das die Dateien ins gewünschte Format konvertiert.


Keine App unter iOS reicht an Symfomium heran

Unter iOS sieht es leider wie zu erwarten weniger einheitlich aus. Es gibt gute Clients, aber keine einzelne App, die ähnlich breit aufgestellt ist wie Symfonium unter Android und Navidrome, Plex, Jellyfin, lokale Dateien und Offline-Nutzung bündelt. Wer Plex nutzt, verwendet dann natürlich Plexamp. Wer Jellyfin nutzt, verwendet einfach Finamp. Für Navidrome und andere Subsonic-kompatible Server bieten sich die Apps Amperfy oder Substreamer zum Abspielen an. Beide können Musik vom eigenen Server abspielen und auch offline auf dem iPhone oder iPad speichern.

Das funktioniert unter iOS, verteilt sich aber auf mehrere Apps. Unter Android spielt Symfonium Navidrome, Plex, Jellyfin und lokale Dateien aus einer einzigen App ab. Unter iOS muss man vorher wissen, welcher Server die eigene Musik ausliefert. Erst danach kann man den jeweils passenden Player auswählen.

Spotify bündelt Dienst, Katalog, Player, Algorithmus und Konto in einer einzigen Oberfläche. Beim eigenen Aufbau trennt man diese Teile wieder voneinander. Die Dateien liegen lokal. Sie werden vom Server ausgeliefert. Der Player bleibt beliebig austauschbar. Das ist direkt am Anfang natürlich etwas weniger bequem, auf Dauer ist es aber die bessere Struktur.


Aonsoku bringt Navidrome auf Windows, macOS und Linux

Auf dem Desktop muss man nicht zwangsläufig im Browser bleiben. Navidrome hat zwar einen eigenen Webplayer, aber Aonsoku ermöglicht eine wirklich gute Desktop-Nutzung. Der Client greift auf Navidrome und andere Subsonic-Server zu und läuft auf Windows, macOS und Linux.

Wer mehrere Player vergleichen möchte, findet dazu bereits einen eigenen Artikel bei uns. Dort geht es neben Aonsoku auch um Sonixd, Feishin, Strawberry und andere mobile Clients für selbst gehostete Musikserver.

Auf dem Android-Smartphone übernimmt Symfonium diese Aufgabe wie selbstverständlich. Im Browser bleibt Navidrome als Rückfalllösung aber problemlos erreichbar. Wer Plex nutzt, kann Plexamp verwenden. Wer Jellyfin nutzt, kann wie gesagt Finamp oder ebenfalls Symfonium verwenden.

Es geht nicht darum, Navidrome, Plex und Jellyfin gegeneinanderzustellen. Alles hat seine Vor- und Nachteile. Es geht lediglich darum, die eigene Musik aus dem fremden Konto zu lösen und so bereitzustellen, damit sie auf den eigenen Geräten funktioniert.


De Spotify Yourself: Aus der Playlist wird wieder ein Archiv

Der schwierigste Teil beim Ausstieg ist nicht der Server. Die größere Baustelle liegt, wie sollte es anders sein, im stark abgekapselten System von Spotify. Dort liegen alle Playlists und Sammlungen.

An dieser Stelle kommt das Tool SpotiFLAC ins Spiel. Das Tool nimmt Spotify-Tracks, -Alben und -Playlists als Suchliste und macht daraus, sofern die Titel bei anderen Diensten verfügbar sind, lokale Dateien. Je nach Quelle und Ausgabeweg landet die Musik als FLAC- oder MP3-Datei auf der eigenen Festplatte. Von dort muss man sie nur noch in den Musikordner des jeweiligen Medienservers schieben.

Der Name legt die Nutzung der Audiodatenkompression FLAC nahe. In der Praxis geht es aber nicht nur um dieses Format. Zu Hause kann die Sammlung ruhig verlustfrei auf dem Server liegen. Auf dem Smartphone sieht es natürlich wieder anders aus. Wer im Zug, im Flugzeug oder im Funkloch Musik hören möchte, sollte sich vorher eine gute Playlist lokal abspeichern. Dafür reichen die Musikdateien in MP3 oft aus. Man benötigt deutlich weniger Speicherplatz, man kann die Musik trotzdem problemlos in guter Qualität abspielen.

Bei Navidrome, Plex oder Jellyfin kommt es am Ende nicht darauf an, welches Werkzeug man dafür nutzt. Wichtig ist, dass aus der Spotify-Playlist wieder ein Ordner mit Musikstücken wird, den man selbst kontrolliert. Dazu muss man die Titel übernehmen, lokal ablegen, sauber taggen und mit dem eigenen Player abspielen.

Wer Spotify verlässt, möchte seine Playlists nicht nur als Exportdatei behalten. SpotiFLAC nutzt diese Listen als Ausgangspunkt und legt daraus lokale Dateien an. So wird aus dem eigenen Musikgeschmack vom Spotify-Konto wieder eine Sammlung, die Navidrome, Plex oder Jellyfin lesen können.

Der sauberste Weg ist und bleibt die eigene Bibliothek aus gerippten CDs, gekauften Downloads, Bandcamp, Qobuz, vorhandenen MP3s und ordentlich getaggten Alben.


Spotify ist gut für die Entdeckung, aber schlecht als Archiv

Neue Musik findet man weiterhin dort, wo sie auftaucht. Die Musik, die bleiben soll, gehört auf jeden Fall in die eigene Sammlung. Navidrome, Plex oder Jellyfin liefern sie aus. Mit ScaleTail und Funnel ist sie auch von unterwegs erreichbar, ohne dass offene Ports am Heimanschluss nötig sind. Symfonium spielt sie auf Android ab. Aonsoku bringt Navidrome auf den Rechner.

Bei Spotify übernimmt diese Aufgabe SpotiFLAC. Bei YouTube und Twitch funktioniert es über Pinchflat und Ganymede. YouTube wird de-youtubed und Twitch wird aus dem flüchtigen Stream herausgelöst. Pinchflat archiviert Kanäle und Playlists. Ganymede funktioniert ähnlich für Twitch. Danach laufen die Inhalte über Plex, Jellyfin oder Kodi, ohne dass sie plötzlich verschwinden, hinter der nächsten Plattformentscheidung hängen bleiben oder vor jedem Abruf mit endloser Werbung unterbrochen werden. Die Plattform darf beim Finden helfen. Das Archiv sollte trotzdem zu Hause liegen.


Fazit: „De Spotify Yourself“ liefert einen guten Anlass

Der Vortrag der 24. Gulaschprogrammiernacht (GPN) zeigt, warum Spotify als Musikarchiv einfach nichts taugt. Genau dort sollte man aber nicht stehen bleiben.

Der bessere Weg ist nicht nur, Spotify zu verlassen. Der klar bessere Weg ist, das eigene Musikarchiv wieder ordentlich selbst aufzubauen. Wie gesagt, das kann man mit Navidrome als schlanken Musikserver realisieren. Es können aber auch Plex oder Jellyfin sein, wenn diese Dienste ohnehin schon laufen. Symfonium bündelt die Sammlung auf Android. Aonsoku bringt Navidrome auf Windows-, macOS- und Linux-Geräte.

Dann ist der Spotify-Ausstieg keine einfache Trotzreaktion mehr, sondern eine gute brauchbare Infrastruktur. Mit selbst gehosteter Musik, ScaleTail, Funnel und den passenden Clients wird daraus eine Lösung, die ohne offene Ports am Heimanschluss, ohne CGNAT-Umwege und ohne Reverse-Proxy-Pflicht auskommt.

Streaming ist auf jeden Fall super, um neue Musik und ihre Interpreten zu entdecken. Als Archiv taugt es jedoch nichts. Der Online-Dienst darf gerne Musik empfehlen. Es muss die eigene Sammlung aber nicht besitzen. Von daher: De-Spotify Yourself! Wir hoffen, ihr könnt mit unserer Anleitung etwas anfangen. Feedback und Verbesserungsvorschläge bitte wie immer bei uns im Forum hinterlassen.

quelle: tarnkappe.info

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