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Fünf Dinge, die an der Ausschreibung der neuen Frauen-Bundesliga total überraschen
Von Manuel Weis -28. Juli 2026, 9:49
Revolution bei den TV-Rechten der Frauen-Bundesliga: Die eigenständige FBL geht ab der Saison 2027/28 völlig neue Wege und überrascht die Medienbranche mit neuen Ideen.

Die Frauen-Bundesliga (FBL) stellt nach ihrer Loslösung vom DFB die Weichen für die Zukunft: Bei der anstehenden Ausschreibung der TV-Rechte ab der Saison 2027/28 beschreitet die Liga neue Wege – und das in mehrerlei Hinsicht.


Die neue FBL-Ausschreibung ab 2027/28 im Überblick

Sämtliche Eckdaten zum geplanten Rechte-Verkauf in der Übersicht – alles sind aktuell noch Ideen und Pläne, die teils in Abstimmung mit möglichen Interessenten sind. Die exakte Umsetzung dieser Pläne ist noch nicht safe:


fbl-eckdaten.png (s.u.)
Doch welche konkreten Stellschrauben will die Liga drehen, um das Medienprodukt aufzuwerten? 


  • Meister-Play-offs & Relegation: Sieben zusätzliche Entscheidungsspiele könnten das klassische Ligasystem ergänzen und Spannung versprechen.
  • Bündelung am Sonntag: Eine neue Konferenzschaltung zwischen 14:00 und 15:30 Uhr soll das Sitzerlebnis am Wochenende optimieren.
  • Kurze Vertragslaufzeit: Nur zwei Jahre Laufzeit, um von den Großevents WM 2027, Olympia 2028 und Heim-EM 2029 zu profitieren.



Die 5 größten Überraschungen der FBL-Ausschreibung

1. Meister-Play-offs als Mittel gegen Bayern-Dominanz
Neben dem klassischen Ligasystem bringt die Frauen Bundesliga einem „Bild“-Bericht zufolge plötzlich ein völlig neues Modell ins Spiel: Nach der regulären Saison würden der Erst- bis Viertplatzierte in zwei Halbfinals und einem Endspiel den Deutschen Meister ermitteln. Grund ist die Befürchtung einer dauerhaften Dominanz des FC Bayern München. Zudem spielen die Halbfinal-Verlierer Platz 3 und damit das letzte Champions-League-Ticket aus.

2. Einführung einer Relegation – für große Emotionen
Auch am Tabellenende ist Neues denkbar: Der 11. und 12. der Bundesliga spielen gegeneinander. Der Verlierer muss in ein Relegations-Duell gegen den Sieger des Zweitliga-Play-offs (Platz 3 gegen Platz 4). So entstehen hochspannende K.o.-Spiele um Klassenerhalt und Aufstieg – wie sie aus dem Männerfußball schon seit Jahren bekannt sind.

3. Straffer Spieltag mit Sonntagskonferenz & Aus für den Montag
Der Spieltag wird in einem Szenario entzerrt und fanfreundlicher gestaltet: Der umstrittene Montag als Spieltag fällt komplett weg. Aktuell spielt die FBL am Montagabend, wo unter anderem Sport1 als Free-TV-Partner live überträgt. Stattdessen gibt es Topspiele am Freitagabend (18:00–19:00 Uhr) und Samstagmittag (13:00–14:00 Uhr). Der Sonntag konzentriert sich auf fünf Duelle zwischen 14:00 und 15:30 Uhr, die erstmals in einer eigenen Konferenzschaltung angeboten werden. Der Sonntag würde, sollte der Plan zum Tragen kommen, damit zum neuen Kernspieltag der FBL – gegen die Spiele der ersten und zweiten Bundesliga der Männer.

4. Kurze Laufzeit von nur zwei Jahren
Statt der gewohnten vier Jahre werden die TV-Rechte wohl vorerst nur für die Spielzeiten 2027/28 und 2028/29 vergeben. Das ist ungewöhnlich, lässt sich aber in mehrerlei Hinsicht erklären. In diesem Zeitraum finden die WM 2027 in Brasilien, Olympia 2028 und die Heim-EM 2029 statt. Die FBL erhofft sich, wenn sie die Rechte Ende 2028 dann neu ausschreiben muss, einen höheren Stellenwert – hätte aber vielleicht noch die Heim-EM abwarten sollen und die Rechte jetzt lieber bis 2030 ausgeschrieben… Andererseits zieht die neue FBL dann gleich mit der DFL, also der Männer-Bundesliga und könnte sich ab 29/30 dann zusammen vermarkten lassen. Für alle, die jetzt bieten, heißt die kurze Dauer: Keine zu strenge Bindung an eine Liga, die dann im Programm nicht funktioniert.

5. Reichweite schlägt kurzfristiges Geld
Die FBL-Führung stellt klar: Nicht das höchste Finanzgebot entscheidet primär, sondern das Gesamtpaket für maximale Reichweite. Da die Zielgruppe als jünger, familienorientierter und kaufkräftiger analysiert wurde, sollen passende Plattformen und Senderslots bevorzugt werden. Sonderspieltage – etwa am 1. Mai oder während Männer-Länderspielpausen – sollen zusätzliche Aufmerksamkeit sichern.


Wer liegt im Rennen vorn? Aktuell ist die FBL mit Livespielen bei MagentaSport, DAZN, Sport1 und hin und wieder bei ARD/ZDF zu sehen. Die Aussagen der Ligaführung machen deutlich: Die FBL will große Free-TV-Präsenz. Ob sie die bei Sport1 bekommt, ist fraglich. ARD und ZDF dürften bevorzugte Partner sein, können derzeit aber nicht mit Geld um sich werfen. Ein großes Fragezeichen ist die RTL-Gruppe: RTL würde mit seinen Free-TV-Sendern über Reichweite verfügen und hat mehrfach bewiesen, eine Sportart groß machen zu können. Hinzu kommt, dass Sky zumindest unter alter Führung schon mal an der FBL interessiert war. Gibt es nun die Möglichkeit, einen Mix zu finden, der der Liga Reichweite und Sky neue Abos bringt? Auch das ist nicht ganz unknifflig.


Wie sieht der weitere Zeitplan aus?

Die Gespräche mit interessierten TV-Sendern und Streaming-Anbietern laufen bereits auf Hochtouren. Die finale Struktur der Pakete richtet sich auch nach dem Feedback der Medienpartner.

  • Ende August 2026: Offizielle Ankündigung der Ausschreibung.
  • 30. November 2026: Die 14 FBL-Klubs stimmen auf ihrer Mitgliederversammlung final über die Angebote und das künftige Modell ab.


Übrigens: Auch die 3. Liga der Männer schreibt im Herbst ihre Fernsehrechte aus. Hier ist Ende September mit einer Entscheidung zu rechnen.


vollständiger Text >>>quelle: digitalfensehen.de

Dateianhang:
png fbl-eckdaten.png (37 KB, 4 mal heruntergeladen)


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