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Zum Ende der Seite springen Internet-Kriminalität: Weniger Nutzer wenden sich an die Polizei
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Text Internet-Kriminalität: Weniger Nutzer wenden sich an die Polizei Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Der Anteil der Betroffenen von Online-Straftaten, die hierzulande Anzeige erstatten, ist von knapp 35 auf 29 Prozent gefallen. 36 Prozent helfen sich selbst.


Ein Viertel der Bundesbürger gibt an, bereits Opfer von Cyberkriminalität geworden zu sein. Dies geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Digitalbarometer 2021 hervor, einer repräsentativen Befragung im Auftrag der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) und des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die Quote bleibt damit gleich hoch wie in den beiden Vorjahren. 38 Prozent der Betroffenen gaben an, mindestens einmal in den vergangenen zwölf Monaten einschlägige negative Erfahrungen gemacht zu haben.

Für die Studie befragte das Marktforschungsinstitut Ipsos Public Affairs im April und Mai online 2025 Bundesbürger hauptsächlich im Alter zwischen 14 und 69 Jahren, die in einem Privathaushalt mit Internetzugang leben. Probleme mit Cyberkriminalität hatten den Ergebnissen zufolge vorwiegend junge Erwachsene zwischen 19 und 29 Jahren: Ein Drittel dieser Gruppe erlebte einen entsprechenden Vorfall. Bei den 60- bis 69-Jährigen waren dagegen nur 17 Prozent betroffen.


Keine Ware trotz Bezahlung

Zu den am häufigsten thematisierten Straftaten zählen Fremdzugriffe auf das eigene Online-Konto (31 Prozent), Download von Schadsoftware (28 Prozent) und Phishing (25 Prozent). Deutlich verändert haben sich die Aussagen zu Betrug beim Online-Shopping: 2019 waren 36 Prozent der Befragten betroffen, im vorigen Jahr 32 Prozent, 2021 nur noch 19 Prozent.

Die häufigste angegebene Masche des Betrugs beim Einkaufen im Netz ist, dass Ware trotz Bezahlung nicht geliefert wird. 48 Prozent der Betroffenen erlebten dies laut der aktuellen Analyse. Jedes dritte Opfer erhielt minderwertige Ware. In 26 Prozent der Fälle wurden Login- oder Accountdaten, in 25 Prozent Kredit- oder Kontodaten missbräuchlich verwendet. Als Opfer von Ransomware outete sich nur 1 Prozent (2020: 11 Prozent). Andere Schadsoftware wie Viren oder Trojaner waren nur noch für 4 Prozent ein Problem, während im Vorjahr 25 Prozent darüber geklagt hatten. Mit "problematischen Inhalten" sahen sich 3 Prozent konfrontiert.

79 Prozent der Betroffenen gaben an, durch Cybercrime einen Schaden erlitten zu haben. Voriges Jahr waren es rund 66 Prozent. Im Gegensatz zu 2020 traten diesmal vor allem ein erhöhter Zeitaufwand (29 Prozent) und der Verlust von Daten (27 Prozent) regelmäßig auf. Aufgrund einer Straftat berichteten 17 Prozent, das Vertrauen in die entsprechenden Online-Dienste verloren zu haben. Jedes siebte Opfer hatte mit Rufschädigung zu kämpfen. Den Rückgang eines gemeldeten finanziellen Schadens von 32 auf 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr erklären die Autoren mit weniger Betrug beim Online-Shopping. Bei jedem zehnten Betroffenen lagen die Verluste zwischen 20 und 2000 Euro.

Selbsthilfe

Ein Wandel ist auch bei den Reaktionen auf Kriminalität im Netz festzustellen. Mit 36 Prozent half sich erneut die größte Gruppe der Opfer selbst. Anzeige bei der Polizei erstatteten aber nur noch 29 Prozent. 2020 waren es noch fast 35 Prozent. 20 Prozent baten Freunde oder Familie um Hilfe (2020: 16 Prozent). Auffallend ist auch, dass jüngere Befragte seltener zur Polizei gingen – nur etwa jeder Fünfte. Bei den 60- bis 69-Jährigen wandte sich etwa die Hälfte an die Strafverfolger. Nur eine Minderheit von drei Prozent wusste nicht, wie sie reagieren sollte. 9 statt 5 Prozent im Vorjahr bezahlten gefordertes Lösegeld, obwohl die Polizei und das BSI davon abraten.

Die besondere Situation der Corona-Pandemie wirkte sich auch auf Online-Straftaten aus: Im Untersuchungszeitraum war jeder Fünfte mit Cyberkriminalität in diesem Zusammenhang konfrontiert, weil er etwa eine Phishing-E-Mail mit Covid-19-Bezug bekam. 39 Prozent nutzen seit Pandemiebeginn aber auch häufiger Internetanwendungen – die meisten davon, um online einzukaufen. Die Älteren gingen öfter online, um Kontakt mit Familie und Freunden zu halten, die Jüngeren zog es oft zu Streaming-Diensten. Die vermehrte Online-Aktivität hat jedoch nicht dazu geführt, dass sich die Befragten gefährdeter fühlen.

Opfer von Falschnachrichten

Fast jeder Dritte ist zudem mit "Fake News" zu Covid-19 konfrontiert worden. Bei den Teilnehmern im Alter von 14 bis 29 Jahren ist es sogar fast die Hälfte. Über alle Altersgruppen hinweg fühlen sich Empfänger solcher Falschmeldungen verunsichert. Rund zwei Drittel gaben an, beurteilen zu können, ob Informationen und Quellen seriös sind. Rund zwei von fünf Befragten erhielten aber schon eine Information, der sie erst glaubten, die sich später aber als falsch herausstellte (44 Prozent).

Zwei Drittel der Befragten kennen Empfehlungen, um sich vor Internetgefahren zu schützen. Nur zwölf Prozent geben indes an, diese vollständig umzusetzen. Als Hauptgründe für die Zurückhaltung im Bereich IT-Security werden zu komplizierte und schwer verständliche Sicherheitsempfehlungen (43 Prozent) sowie ein zu hoher Aufwand (44 Prozent) genannt.

Im Vergleich zum Vorjahr werden bekannte Schutzmaßnahmen aber vermehrt umgesetzt. Am häufigsten nutzen die Bundesbürger ein aktuelles Virenschutzprogramm (62 Prozent), "sichere Passwörter" (60 Prozent) und eine aktuelle Firewall (53 Prozent). Nur ein Drittel setzt dagegen bewusst auf automatische Updates. Die Zwei-Faktor-Authentisierung wenden zwar sieben Prozent mehr als 2020 an, es sind mit 40 Prozent aber immer noch weniger als die Hälfte der Befragten. 28 Prozent bauen auf regelmäßige Backups, 23 verschlüsseln ihre E-Mail, 13 Prozent verzichten auf soziale Medien.

Sicherheitsmaßnahmen ergreifen

BSI-Vizepräsident Gerhard Schabhüser monierte, dass Online-Informationen über Cybersicherheit nur rund die Hälfte der Bürger interessierten. Nach einer erlebten Straftat verändere sich dies nur wenig. Er appellierte an alle Nutzer, "einfach zu machen", da sich die Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen hinterher meist als weniger komplex als gedacht herausstelle. Der Experte empfahl, etwa Passwort-Manager zu verwenden. Stefanie Hinz, Vorsitzende der ProPK, kündigte eine Social-Media-Kampagne mit dem BSI an, "mit der wir insbesondere die jungen Menschen erreichen möchten".
(olb)


Quelle: https://heise.de/-6204017




PS: Warum ist das wohl so??
1. Die deutsche Polizei iist gnadenlos unterbesetzt und schlecht ausgestattet. Eigentlich muss man unseren Regierigen VORSATZ unterstellen!
2. Maximal bekommt man nach einigen Wochen einen Brief mit Inhalt: "Verfahren eingestellt wegen blablabla...". Das war es dann!!!

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