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MDR im Visier von Fake News: Russische Desinformation fälscht Videos und Medienberichte
Von Marcus Reichl -14. August 2026, 9:31
Eine mutmaßlich russische Desinformationskampagne nutzt Logos und Aufmachungen bekannter Medien für gefälschte Inhalte. Auch der MDR ist betroffen. In einem ausgewerteten Datensatz wurden Fake-Videos mit offiziellem MDR-Logo entdeckt. Der Angriff zielt damit auch auf die Glaubwürdigkeit etablierter Medien.
Fake-Videos mit MDR-Logo entdeckt
Der MDR ist direkt zum Ziel einer mutmaßlich russischen Desinformationskampagne geworden. Nach Recherchen des Senders wurden in einem Datensatz Fake-Videos gefunden, die das offizielle MDR-Logo verwenden. Das Bundesamt für Verfassungsschutz ordnet die Beiträge der Kampagne „Matrjoschka“ zu, die auch als „Operation Overload“ oder „Storm-1679“ bekannt ist. Der MDR berichtet, dass die Kampagne ihren Schwerpunkt inzwischen auf Ostdeutschland verlagert hat und dabei auch die Berichterstattung über die anstehenden Landtagswahlen ins Visier nimmt.
Bekannte Medien gezielt gefälscht
Der MDR ist dabei nicht das einzige Medium. Nach MDR-Auswertung werden regelmäßig gefälschte Titelseiten und Videos verbreitet, die Logos bekannter Medien verwenden. Betroffen sind unter anderem Spiegel, ZEIT, ZDF, Tagesschau, Welt, Bild, Handelsblatt, Deutsche Welle, t-online und Stern. Die Beiträge sind häufig KI-generiert. Sie arbeiten mit bekannten Bildern, dramatischer Musik, reißerischen Überschriften und tendenziösen Falschbehauptungen. Damit sollen Inhalte offenbar so wirken, als stammten sie von etablierten journalistischen Angeboten.
Angriff auf die Glaubwürdigkeit
Für den MDR geht es deshalb nicht nur um einzelne gefälschte Beiträge. Die Medienmarken selbst werden als Werkzeug der Desinformation eingesetzt. MDR-Chefredakteurin Christin Bohmann bezeichnete die Fälschung journalistischer Marken und die Verbreitung von Desinformation als Angriffe auf die Glaubwürdigkeit freier Medien. Der MDR stehe für „verlässliche, faktenbasierte und unabhängige Berichterstattung“ und werde dieser weiterhin treu bleiben. Auch das Bundesamt für Verfassungsschutz warnt vor einer gezielten Manipulation der freien Berichterstattung im Umfeld der Wahlen.
338 Beiträge in einem Datensatz
Wie der MDR berichtet, umfasst ein Datensatz des russischen Recherchekollektivs „Antibot4Navalny“ seit dem 24. Juli dieses Jahres 338 Beiträge. 107 davon zielten nach MDR-Auswertung auf eine stärkere Spaltung zwischen Ost- und Westdeutschland. Die Kampagne verbreitet daneben schwere und persönliche Falschbehauptungen über Politiker. Nach MDR-Recherchen fanden sich dafür keine Hinweise auf einen Wahrheitsgehalt. Die aktuelle Reichweite der Beiträge scheint allerdings begrenzt zu sein. „Antibot4Navalny“ misst im Durchschnitt einige hundert Aufrufe pro Beitrag.
Warum das für die Sachsen-Anhalt-Wahl wichtig ist
- Der MDR selbst wird als vermeintliche Quelle gefälschter Nachrichten benutzt.
- KI-generierte Videos können den Eindruck erwecken, eine Nachricht stamme tatsächlich von einem bekannten Sender oder Verlag.
- Die Kampagne richtet sich laut Verfassungsschutz inzwischen ausdrücklich gegen Ostdeutschland und Wahlen.
- Für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird damit die Frage wichtiger, ob politische Informationen tatsächlich von dem Medium stammen, dessen Logo sie tragen.
- Der Fall zeigt zudem, dass Medienvertrauen selbst zum Angriffsziel ausländischer Desinformation werden kann.
vollständiger Text >>>quelle: digitalfensehen.de
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